Auge um Auge, Zahn um Zahn

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Berlin - Die niederländische Versandapotheke und die Apothekerkammer überziehen sich gegenseitig mit Klagen. Erst geht es um Rx-Boni, das HWG und die Preisbindung. Dann um Schadenersatz und das Zufügen seelischer Grausamkeit. Nach und nach werden alle Register des Strafgesetzbuchs gezogen.

Seit 2004 können kranke Menschen ihre Rezepte zu einer Versandapotheke schicken. Darüber wurde gar nicht bis zu Ende gestritten, das wurde so ullala entschieden. Was dann die Saat der Zwietracht säte, war dies: Die Menschen wollten das gar nicht, wollten nicht drei oder vier oder fünf Tage auf ihre Medikamente warten. Aber: Manche Leute wollten drei oder vier oder fünf Euro verdienen und ließen sich kaufen.

Die Kammer verklagte die Versandapotheke wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz und die Arzneimittelpreisbindung und wegen absichtlichen Handspiels im Schengenraum. Man könne auch noch die Kunden wegen Veruntreuung von Versichertengeldern und Bestechlichkeit verklagen, so die Drohung. Der Versender verklagte die Kammer daraufhin wegen versuchter Nötigung und Erpressung.

Weil die Pillen erst von Deutschland in die Niederlande und dann per Einzelzustellung wieder zurück nach Deutschland verschickt werden, fand die Kammer im Kapitel Umweltstraftaten das „Verursachen von Lärm, Erschütterungen und nichtionisierenden Strahlen“ – kann man ja mal versuchen. Weil immer mehr Klagen eingingen, klagte der Versender auf „Friedensverrat“.

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