Pharmaziestudent begeistert mit Brief an AKK

„Eier in der Hose – so ist es richtig!“ Silvia Meixner, 19.02.2019 11:34 Uhr

Berlin - Daumen hoch für einen engagierten Pharmazie-Studenten. Benedikt Bühler schrieb gestern einen offenen Brief an die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und rockt damit das Internet. Die Kollegen von morgen sind voll des Lobes.

Gute Idee, großer Erfolg: Bühler fragte gestern öffentlich, ob AKK hinter dem im Koalitionsvertrag versprochenen Rx-Versandverbot stehe oder nicht. In seinem offenen Brief wirft er der Politikerin vor, das Thema totzuschweigen. Auf Facebook schlagen die Wellen hoch, die User sind voll des Lobes. Sie posten Sätze wie „Respekt vor diesem jungen Mann“ oder „Respekt! Ich bin sehr gespannt auf die Antwort von Frau Kramp-Karrenbauer.“ Nur Daumen hoch, Herzchen und lachende Smileys – diese ausschließlich positive Reaktion ist auf Facebook, wo gerne gejammert und gepöbelt wird, eher die Ausnahme.

„Solche Leute brauchen wir zukünftig an der Spitze der ABDA“, lobt ein User. „Respekt. Und danke für den Einsatz“, ein anderer. „Bravo! Applaus! Applaus“, hat ein weiterer geschrieben.

In dem Brief hat Bühler auch das Verhalten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angeprangert. Die Reaktionen reichen von „Endlich traut sich mal jemand, die Sauerei mit Spahn und Max Müller öffentlich anzusprechen“ bis „Eier in der Hose – so ist es richtig!“

Mit seinem Brief spricht der 19-Jährige, der derzeit in Budapest Pharmazie studiert, offenbar vielen Apothekern aus der Seele. Die Gründe für sein Schreiben: Er sorgt sich um seine Zukunft als Apotheker. Den Beruf möchte er ergreifen, weil er Menschen helfen möchte. Zu Hause in Karlsruhe „wartet“ die Rathaus-Apotheke auf ihn, die seine Familie in dritter Generation betreibt. Und da Bühler seit Jahren politisch engagiert ist, stellt er sich natürlich die Fragen, die sich viele Kollegen von morgen auch stellen: Wie sicher ist die Zukunft? Kann man sich auf die Politik verlassen? Wird es meine Apotheke auch in zehn oder zwanzig Jahren noch geben?

Bühler sagt: „Ich kann meine Partei nicht verstehen. Frau Frau Kramp-Karrenbauer hat damit geworben, dass die CDU eine glaubwürdige Partei sein soll, dass sie eine starke Führungspersönlichkeit ist und sich auch durchsetzen kann. Wir haben das Rx-Versandverbot gefordert, wir wollten es umsetzen und jetzt macht ein Gesundheitsminister, was er will.“

Der Pharmaziestudent schreibt: „Ich finde keine Erklärung, warum das Gesetz nicht verabschiedet werden kann.“ Dann schiebt er in seinem offenen Brief noch nach: „Falls das Handeln von Herrn Spahn etwas mit seiner ‚alten‘ Freundschaft zu Max Müller, welcher im Vorstand von DocMorris zu finden ist, zu tun hätte, wäre seine Position als Minister doch zu hinterfragen.“ Gegenüber APOTHEKE ADHOC sagt er: „Die Frage ist, ob Herr Spahn als Gesundheitsminister noch tragbar ist, er handelt gegen den Koalitionsvertrag. Ich erwarte von ihm, dass er erklärt, warum das Rx-Versandverbot nicht umsetzbar ist!“

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