Pharmaziestudent schreibt an Kramp-Karrenbauer

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Berlin - Manche Briefe machen gute Laune, dieser nicht: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bekommt heute Post von einem Pharmaziestudenten. Der fragt öffentlich, ob sie hinter dem im Koalitionsvertrag versprochenen Rx-Versandverbot steht – oder eben nicht. Er wirft der Politikerin vor, das Thema totzuschweigen. Und auch gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schießt er scharf.

Benedikt Bühler ist 19, studiert derzeit in Budapest Pharmazie und fragt sich gelegentlich, ob die Rathaus-Apotheke, die die Familie in dritter Generation in Karlsruhe betreibt, eigentlich Zukunft hat. „Ich möchte die Partei auf die Probe stellen“, sagt Bühler, der sich politisch in der JU und CDU engagiert. Er erläutert: „Ich kann meine Partei nicht verstehen. Frau Kramp-Karrenbauer hat damit geworben, dass die CDU eine glaubwürdige Partei sein soll, dass sie eine starke Führungspersönlichkeit ist und sich auch durchsetzen kann. Wir haben das Rx-Versandverbot gefordert, wir wollten es umsetzen und jetzt macht ein Gesundheitsminister, was er will.“

In seinem Brief erinnert er die CDU-Chefin: „Laut Medienberichten wurde der Punkt in den Koalitionsverhandlungen auf sehr hoher Ebene diskutiert und so lautet es nun im Koalitionsvertrag wie folgt: ‚Um die Apotheken vor Ort zu stärken, setzen wir uns für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ein.‘“ Bühler schreibt weiter: „Ich war über dieses Ergebnis so erfreut, dass ich dies zum Anlass nahm, dem damals noch amtierenden Bundesminister für Gesundheit, Herrn Gröhe, einen Brief zu schreiben, um ihm für seine Arbeit der letzten Jahre zu danken.“

Der nahm den Dank erfreut an und schrieb dem Studenten zurück: „Ich bin jedoch sehr froh, dass im Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode ein solches Versandhandelsverbot vereinbar wurde.“ Bühler klagt an: „Zu meiner sehr großen Verwunderung wurde das Rx-Versandverbot nicht nur nicht sofort umgesetzt, sondern auch nahezu totgeschwiegen! In der Zwischenzeit fanden in Bayern und Hessen Landtagswahlen statt. Interessant ist, dass auch hier in den Wahlprogrammen das Rx-Versandverbot gefordert worden war.“

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