ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Ungeimpfte müssen Umschau bezahlen

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Berlin -

Die Politik verliert angesichts der stotternden Impfkampagne allmählich die Geduld. Eine gewissermaßen selbstverschuldete Quarantäne sollen die Impfskeptiker:innen je nach Bundesland künftig selbst bezahlen – umstritten, aber womöglich wirksam. Vielleicht möchten die Apotheken auch dazu beitragen, dass die Quote endlich wieder steigt. Die Macht dazu hätten sie.

Die Teams in den Apotheken sind gegenüber der Corona-Impfung überdurchschnittlich positiv eingestellt. Die Impfquote lag schon vor Wochen jenseits der 85 Prozent, in der Offizin herrscht Herdenimmunität. Mehr noch: Eine Mehrheit der Apotheker:innen und PTA ist durchaus immuno-missionarisch unterwegs und will andere für den Shot begeistern. Wo das mit Argumenten nicht gelingt, müssen Maßnahmen her.

Druckmittel Nummer 1 dürfte die Umschau sein, wahlweise die My Life, im Idealfall beide. Die begehrten Hefte bekommen ab sofort nur noch Durchimmunisierte gratis. Das Zertifikat berechtigt zum Bezug. Alle anderen zahlen einen angemessenen Kioskpreis, beispielsweise 5,80 Euro.

Das Konzept lässt sich natürlich auf alle anderen Zugaben, die wie selbstverständlich in der Offizin eingefordert werden, erweitern: „Sie wollen unseren schönen Kalender? Dann tragen wir doch gleich als erstes Ihre Impftermine ein.“ Oder Pröbchen? „Sehr gerne: Dosis um Dosis und Kosmetik nur für Aufgefrischte. Wer kostenlos seinen Blutdruck bestimmen lassen will, muss zunächst seine Antikörper zählen lassen. Wem das alles zu radikal ist, der kann auch nach dem Modell Traubenzucker statt Peitsche verfahren und für jeden Stempel im Impfpass Süßigkeiten unters Volk bringen.

Die allermeisten Apotheker:innen werden vermutlich nicht in solchen erzieherischen Übereifer verfallen, sollten aber darauf vorbereitet sein, von der Politik pädagogisch einbezogen zu werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jedenfalls scheint wieder erwacht und macht Druck. Spahn will erstmal weitermachen, aber Lauterbach lauert. Warum das Thema allerdings im Wahlkampf so wenig stattfindet, ist nicht nur uns ein Rätsel (Podcast hören). Auch die Abda wünscht sich ein Gesundheitstriell.

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