Marcol kauft Delmed, zieht nach Venlo

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Delmed präsentierte sich selbst als Versandapotheke vor Ort, jetzt hat Marcol den Betrieb gekauft und nach Venlo verlegt.

Berlin - Mit Delmed ist eine weitere deutsche Versandapotheke verkauft. Der britische Finanzinvestor Marcol, der auch hinter Aponeo steht, übernahm den Betrieb und verlagerte ihn an einen neuen Standort in den Niederlanden. Unter dem Namen Atida soll ein europaweites Netzwerk von Versandapotheken entstehen.

Delmed samt Ableger Sparmed gehörte bis vor kurzem zur Apotheke am alten Bahnhof in Frechen. Inhaber Manouchehr Delnava hatte die Versandapotheke aufgebaut. Dem Vernehmen nach hatte er schon seit einiger Zeit einen Käufer gesucht, jedenfalls sahen Versandhandelsexperten wie Fabian Kaske den Betrieb schon seit längerem als Übernahmekandidaten.

Noch vor wenigen Wochen war Delnavas Apotheke im Impressum zu finden, doch neuerdings ist als Betreiber eine Firma namens Atida mit Sitz im niederländischen Venlo angegeben, eine Postadresse gibt es in Krefeld. Außerdem ist in Mönchengladbach ein gleichnamiger Großhandel zu finden.

Marcol hatte womöglich schon länger die Finger im Spiel, denn bereits 2019 gründete der Finanzinvestor am Standort in Berlin eine Firma namens Delmed Service. Der Kontakt kommt nicht von ungefähr: Delnava hatte mit Aponeo-Gründer Konstantin Primbas studiert; in den 90er-Jahren war der Apotheker mit persischen Wurzeln gemeinsam mit seiner Frau von Berlin ins Rheinland gezogen. In Bergheim sorgten die beiden Zugezogenen für Unruhe, wie „Brand eins“ 2006 in einem Artikel mit der Überschrift „Ungesunde Verhältnisse“ schrieb. Damals war Delnava gerade in den Versandhandel eingestiegen, zwei Jahre später zog er nach Frechen. 2018 wurde die Kloster-Apotheke samt Filiale aufgegeben, Ende August schloss nun auch die Apotheke am alten Bahnhof.

Die Übernahme ist eher unter strategischen Gesichtspunkten zu sehen, denn mit einem geschätzten Umsatz von 20 bis 30 Millionen Euro liegt Delmed irgendwo um Rang 15. Zum Vergleich: Aponeo kommt auf rund 120 Millionen Euro. Marcol verfügt mit der Niederlassung in Venlo allerdings erstmal über einen direkten Zugang zu den Endverbrauchern, auch für Konzepte wie Same-Day-Delivery könnte der zweite Standort hilfreich sein. Experten gehen aber davon aus, dass der Finanzinvestor weiter auf der Suche nach Übernahmekandidaten ist.

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