Anwesenheitspflicht sticht Mittagspause

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Berlin - Apotheken müssen persönlich von einem Approbierten geleitet werden. Im laufenden Betrieb müsse ein Apotheker permanent anwesend sein, sagt Pharmazierat Christian Bauer. Ausnahmen wie Mittagspause, Arztbesuch oder Kitaausfall lässt er nicht gelten. Wird eine Apotheke ohne den leitenden Pharmazeuten erwischt, schließt er sie. Für den Apotheker kann es teuer werden.

Apothekenleiter dürfen den Betrieb während des laufenden Geschäfts nicht verlassen. „Wir haben eine körperliche Anwesenheitspflicht“, sagt Bauer, der Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD) ist. Der Apothekenleiter müsse bei Fragen aus dem Team zur Arzneimittelabgabe oder Beratung sofort eingreifen können.

Halte sich der Apotheker etwa im Büro auf oder telefoniere, sei er „mit einem Bein vorne“, so Bauer. Er könne dadurch jederzeit reagieren und auf Fragen antworten. Dass Inhaber oder Apothekenleiter die Offizin etwa in der Mittagspause verlassen und per Telefon erreichbar seien, sei dagegen absolut tabu. „Dann könnte ich die Apotheke ja auch von Kasachstan aus telefonisch leiten.“

Die Beratung könne nur persönlich so qualitativ hochwertig ausfallen, wie es für die Abgabe von Arzneimitteln nötig sei, so Bauer. „Am Telefon hat man keinen sechsten Sinn.“ Die nonverbale Kommunikation fehle. „Man sieht dem Kunden außerdem eine Krankheit am Telefon nicht an.“ Die Beratung müsse durch eine qualifizierte Person und bei Bedarf einem Pharmazeuten vor Ort erfolgen.

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