AMVV: Kommt die Dosierungsretax 2020?

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Berlin -

Die Dosierung muss auf das Rezept und zwar immer, nicht nur bei Rezepturen. Am 1. November 2020 tritt die Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) in Kraft. Wenn auch mit Ausnahmen.

Konkret soll § 2 AMVV geändert werden. Demnach gehört die Dosierung künftig zu den Pflichtangaben, es sei denn, der Patient hat einen Medikationsplan oder der Arzt hat eine schriftliche Dosierungsanweisung ausgestellt und dies auf dem Rezept kenntlich gemacht hat. Gestern wurde im Bundesgesetzblatt die Änderung der AMVV veröffentlicht.

Das ist neu
§ 2 Absatz 1 (Die Verschreibung muss enthalten)

Neu gefasst wird Nummer 4a
Für ein Arzneimittel, das in der Apotheke hergestellt werden soll, ist die Zusammensetzung nach Art und Menge oder die Bezeichnung des Fertigarzneimittels, von dem eine Teilmenge abgegeben werden soll, anzugeben. Also alles wie gehabt. Neu ist, dass nun auch die Gebrauchsanweisung einen Platz auf der Verordnung finden soll (ehemals Nummer 7). Hier kommt die Ausnahme: „Einer Gebrauchsanweisung bedarf es nicht, wenn das Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person abgegeben wird.“

Neu gefasst wird Nummer 7 (ehemals „Gebrauchsanweisung bei Arzneimitteln, die in der Apotheke hergestellt werden sollen“ – nun in 4a verankert).
In Nummer 7 heißt es jetzt: „die Dosierung“. Somit ist eine Dosierungsangabe für alle Humanarzneimittel verpflichtend. Hier kommt die Ausnahme: Die Dosierung kann fehlen, wenn der Patient einen Medikationsplan besitzt, der auch das verordnete Arzneimittel enthält, oder eine vom Arzt erstellte schriftliche Dosierungsanleitung vorliegt und der Mediziner dies in der Verschreibung kenntlich gemacht hat. Die Angabe der Dosierung entfällt, wenn das Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person abgegeben wird.

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