Trockene Augen: Welche Tropfen für wen? | APOTHEKE ADHOC
Mehr als ein Problem des Alters

Trockene Augen: Welche Tropfen für wen?

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Berlin -

Trockene Augen galten lange Zeit als ein Problem der älteren Generation. Doch durch die Arbeit am Bildschirm, leiden auch immer häufiger jüngere Menschen an Beschwerden. Die Auswahl des geeigneten Produktes fällt oft nicht leicht, da das Sortiment breit gefächert ist. Hier kommen einige Tipps für die Beratung.

Das trockene Auge wird häufig auch als „Sicca-Syndrom“ bezeichnet. Konkret handelt es sich dabei um eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche. So kann beispielsweise durch langes, konzentriertes Schauen auf Bildschirme eine erhöhte Verdunstung des Tränenfilms provoziert werden, da weniger geblinzelt wird. Im Alter kann sich außerdem die Tränenmenge verringern. Die Augenoberfläche trocknet schließlich aus.

Zur Erinnerung: Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten. Die äußere ist fetthaltig, die mittlere wässrig und die innerste schleimhaltig. Solange alle drei Schichten intakt und im Gleichgewicht sind, ist das Auge gesund. Fehlt jedoch ein Anteil, können trockene Augen entstehen. Zum Beispiel, wenn die fetthaltige Schicht fehlt und die Flüssigkeit der wässrigen Schicht darunter schneller verdunstet.

Vielfältige Symptome: Brennen, Rötung & Tränen

Die Symptome sind daher in jedem Alter gleich: Betroffene klagen über Beschwerden wie eine Rötung der Augen oder ein Fremdkörpergefühl. Außerdem kann es zu Brennen, Kratzen, Reiben oder einem Druckgefühl der Augen kommen. Doch auch ein vermehrtes Tränen der Augen kann Symptom des Sicca-Syndroms sein – auch wenn es paradox klingt. Denn der Körper versucht durch eine erhöhte Tränenproduktion den Mangel auszugleichen. Oft kann die überschüssige Tränenflüssigkeit jedoch durch das Blinzeln nicht mehr auf dem Auge verteilt werden. Sie läuft schließlich aus dem Auge und sorgt für Tränenbildung.

Woher kommt die Trockenheit?

Die Gründe für trockene Augen sind vielfältig. Neben der symptomatischen Behandlung mit Tränenersatzflüssigkeit, kann es helfen den Auslöser zu ermitteln. In manchen Fällen kann er dann behoben werden und zu einer Linderung führen.

Die häufigsten Gründe für trockene Augen:

  • Kosmetika wie Gesicht- oder Augencremes und Mascara
  • Kontaktlinsen/Brille (eventuell mit dem Augenarzt/der Augenärztin besprechen)
  • Medikamente wie Anticholinergika, Neuroleptika, Diuretika, Antidepressiva oder Betablocker (eventuell Umstellung oder Dosisreduktion mit dem Arzt/der Ärztin besprechen)
  • Umweltfaktoren
  • hormonelle Veränderungen z.B. Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • Alter
  • Operationen am Auge
  • digitale Belastung durch Bildschirme

Augentropfen – aber welche?

Die Behandlung der trockenen Augen erfolgt mit künstlicher Tränenflüssigkeit. Dabei können verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz kommen: Vor allem wasserbindende Substanzen wie Hyaluronsäure haben sich bewährt. Sie sorgt für eine nachhaltige Befeuchtung der Augen. Je nach Ausmaß der Beschwerden können auch höher viskose Augentropfen zum Einsatz kommen: Povidone, Carbomere und Celluloseether verbessern die Haftung und führen zu einem stabilerem Tränenfilm.

Hochviskose Präparate wie Augengele und -cremes empfehlen sich vor allem für die Nacht, da diese lange am Auge verweilen, aber durch Schleierbildung auch zu eingeschränkter Sehkraft führen. Darin enthaltene Stoffe wie Vitamin-A oder Dexpanthenol können gereizten Augen zusätzlich Linderung schaffen.

Auf Konservierungsmittel lieber verzichten

Auf konservierungsmittelhaltige Präparate sollte am besten verzichtet werden. Denn diese können durch Reduktion des Tränenfilms zu weiterem Austrocknen führen. Außerdem können Träger von weichen Kontaktlinsen durch Benzalkoniumchlorid irreversible Verfärbungen an ihren Sehhilfen erleiden. Mittlerweile gibt es konservierungsmittelfreie Augentropfen auch in Mehrdosenbehältnissen (MDO). Für unterwegs werden häufig auch Einzeldosenbehältnisse (EDO) bevorzugt. Hier kann sich ganz nach den Vorlieben des/der Kund:in gerichtet werden.

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