Ophtalmika

Magenschleim gegen trockene Augen Deniz Cicek-Görkem, 04.08.2017 13:40 Uhr

Berlin - Reibende Kontaktlinsen, lange Bildschirmarbeit: Trockene Augen können auf Dauer nicht nur belastend, sondern auch gefährlich werden. Bislang werden zur Befeuchtung der Augen Wirkstoffe wie beispielsweise Hyaluronsäure oder Carbomere eingesetzt. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben nun herausgefunden, dass Kontaktlinsen, die zuvor mit Mucinen beschichtet waren, das Auge vor Schäden schützen können. 

Die Keratokonjunktivitis sicca, auch als Trockenes Auge bekannt, gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen. Experten schätzen, dass mehr als 10 Millionen Menschen darunter leiden. Die Ursachen sind multifaktoriell: Neben Umweltfaktoren wie Heizungsluft, Klimaanlage und Zigarettenrauch, können auch persönliche Faktoren wie Alter und Erkrankungen ein Grund für die fehlende Tränenflüssigkeit sein. Außerdem können Arzneimittel wie Betablocker oder Antihistaminika zu trockenen Augen führen.

Mucine werden von mukösen Drüsen sezerniert und kommen beim Menschen sowohl in der Tränenflüssigkeit als auch im Magen und Darm vor. Molekularchemisch handelt es sich hier um Glykoproteine, die über eine zentralen Proteinkette sowie langen Polysaccharid-Ketten verfügen. Die Zuckerverbindungen begründen die hohe Wasserkapazität dieser Moleküle. Patienten mit trockenen Augen fehlt es oft an dem Mucin MUC5AC, die Hauptkomponente der schützenden Tränenflüssigkeit. Die Abwesenheit eines muzinösen Films auf der Cornea führt zu mehr Reibung und Gewebeschäden, insbesondere bei Kontaktlinsenträgern.

Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Oliver Lieleg hat in ihrer aktuellen Studie die Wirkung von isolierten Mucinen auf das Auge untersucht. Dazu isolierten sie die Moleküle aus dem Magenschleim von Schweinen, da porcine und humane Schleimstoffe strukturell sehr ähnlich sind. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Advanced Materials Interfaces“ veröffentlicht.
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