Kommentar

PTA verdienen mehr Carolin Bauer, 25.05.2018 14:41 Uhr

Auch die Inhaber müssen das Geld schließlich irgendwie verdienen. Ein paar mehr Zusatzverkäufe dürfte die Kasse nicht ausreichend für eine Lohnerhöhung füllen. Da müssen andere Lösungen her. Zudem haben die Apotheken derzeit gleich mehrere Baustellen: Das immer noch schwankende Rx-Versandverbot, die rückläufige Apothekenzahl und eine unausgefochtene Honorardebatte sowie eine Standesvertretung, die mit Schweigen Probleme lösen will.

Die Adexa will sich in diesem Jahr jedoch nicht noch einmal mit dem Thema Rx-Versandverbot hinhalten und mit einem geringen Zuschlag abspeisen lassen. Noch wurden auf beiden Seiten keine konkreten Forderungen genannt, doch der Adexa-Vorsitzende Andreas May hat deutlich gemacht, dass diesmal ­– anders als bei den vergangenen Verhandlungen – ein „gutes Zeichen“ erwartet werde. Mal sehen, ob sich die Gewerkschaft diesmal tatsächlich etwas kämpferisch zeigt. Das war in der Vergangenheit selten der Fall – auch wegen des vermutlich recht geringen Organisationsgrads der Adexa, die wohl nicht ohne Grund zu ihren Mitgliederzahlen schweigt.

Die Organisation eines Warnstreiks unter den PTA ist eher fragwürdig, sollten sich die Tarifpartner nicht einigen. Denn die Angestellten sind oft in Familien- oder Kleinbetrieben tätig. Dort kennt man sich meist auch privat. Zu oft dürften die Beziehungen zu eng sein, um die Drohung mit einem Arbeitskampf tatsächlich umsetzen zu können. Aber vielleicht würde genau der auch den Apothekern helfen – als Argument gegenüber der Politik.

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