Heilpflanzenporträt

Knoblauch: Überschätzt oder tolle Knolle? Eva Bahn, 02.07.2018 13:27 Uhr

Berlin - Früher galt Knoblauch in Europa als eine der wichtigsten Heilpflanzen überhaupt. Von der Pest bis zu Vampiren sollte mit der Knolle alles Übel ferngehalten werden. Und bis heute lassen sich mit der Einnahme von Allium sativa nicht nur Blutsauger vertreiben.

Knoblauch gehört wie die Zwiebel oder der Lauch zur Ordnung der Spargelartigen (Asparagales). Die bekannte Zwiebel mit ihren markanten Zehen ist das Überdauerungsorgan der Pflanze. Sie vermehrt sich vegetativ durch Tochterzwiebeln aber auch mittels Brutzwiebeln, die am Blütenstand ausgebildet werden. Ursprünglich stammt der Knoblauch aus Zentralasien und dem Iran. Er ist eine Kulturpflanze, dessen Wildform als ausgestorben gilt. Heutzutage wird er weltweit genutzt und angepflanzt. Mit beinahe 80 Prozent des globalen Anbaus liegt China ganz klar an der Spitze, weit abgeschlagen folgen auf Platz zwei und drei Indien und Bangladesch.

Die Inhaltsstoffe der Knolle haben es in sich. Knoblauch ist eine bedeutsame Selenquelle und enthält die Aminosäure L-Alliin und das Enzym Alliinase. Mittels chemischer Reaktionen entsteht in Folge Alliicin, das nachweislich die Vermehrungsfähigkeit und die Infektiosität von Mikroorganismen reduziert. Antioxidativ wirken seine schwefelhaltigen Verbindungen wie Ajoene und Vinyldithiine.

In der Tierheilkunde wird Knoblauch häufig gegen Würmer und Hautparasiten eingesetzt. Zur Abwehr von Zecken- und Kriebelmücken kann Knoblauch für Hunde und Pferde vom Tierhalter in passender Dosierung unter das Futter gemischt werden. Ein konzentrierter Auszug aus der ganzen Pflanze wird in Kombination mit Holunder und Ruprechtskraut als Waschung bei Räude empfohlen. Wie immer gilt: die Dosis macht das Gift. Zu viel Knoblauch ist für Tiere schädlich und kann zu Übelkeit sowie Anämie führen.

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