Gefahrstoffe

Zweifeln erlaubt: Chemikalien-Abgabe in der Apotheke Dr. Kerstin Neumann, 06.01.2016 11:07 Uhr

Berlin - Regelmäßig fragen Kunden in der Apotheke nach Chemikalien wie Isopropanol oder Ammoniak als Reinigungsmittel, Natronlauge für den verstopften Abfluss oder Peroxid für den Chemieunterricht in der Schule. Die Abgabe ist prinzipiell erlaubt, allerdings muss mit besonderer Sorgfalt vorgegangen werden. Hier gelten andere rechtliche Regelungen als für Arzneimittel.

Ob Chemikalien in der Apotheke abgegeben werden, entscheidet der Apothekenleiter. Dabei muss sichergestellt sein, dass alle Mitarbeiter über die rechtlichen Grundlagen und die einzelnen Schritte Bescheid wissen und die Abgabe ordnungsgemäß dokumentieren. Bestenfalls ist der Arbeitsablauf im QM-Handbuch niedergeschrieben.

Chemikalien sind gefährlich und können missbraucht werden. Der Kunde sollte daher zuerst befragt werden, wofür er das Mittel nutzen möchte. Wenn die Gründe für den Kauf nicht plausibel erscheinen, darf man ruhig genauer nachfragen. Einem Kunden, der beispielsweise angibt, dass Wasserstoffperoxid in einer Konzentration von 30 Prozent zum Bleichen der Zähne gebraucht wird, sollte man misstrauen. Grundsätzlich gilt: Wenn Zweifel bleiben, ob die Substanzen zu legalen Zwecken genutzt werden, muss die Abgabe verweigert werden.

Bestimmte Chemikalien dürfen nur Personen über 18 Jahre kaufen. In vielen Apotheken gilt daher der Grundsatz, dass die Abgabe nur gegen Vorlage des Personalausweises erfolgt. So kann man neben dem Alter auch Name und Anschrift dokumentieren. Oft kommt ein Formular zum Einsatz, mit dem der Kunde den Empfang bestätigt. Eingetragen werden Bezeichnung und Menge der Chemikalie, der Verwendungszweck und neben den Daten des Kunden auch der Name des abgebenden Mitarbeiters.
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