Schweiz

Terrorismus: Apotheker sollen Verdächtige melden

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Berlin -

Bei den jüngsten Anschlägen in Europa haben Terroristen zur Herstellung von Sprengsätzen Substanzen verwendet, die in Produkten wie Reinigungs-, Dünge- oder in Arzneimitteln zu finden sind. Dabei handelt es sich um Chemikalien wie Wasserstoffperoxid, Aceton oder Nitrate, die man auch in der Apotheke kaufen kann. In der Schweiz sollen nun Apotheker helfen, Terroristen zu fassen, indem sie verdächtige Kunden melden.

In den vergangenen Wochen haben Schweizer Pharmazeuten nach Angaben der Schweizer „SonntagsZeitung“ und „Le Matin Dimanche“ einen Brief des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) erhalten. Darin werden sie gebeten, verdächtige Kunden zu melden. Als verdächtig gilt laut Fedpol jemand, der sich beispielsweise nervös verhält, eine ungewöhnlich große Menge einer Chemikalie kaufen will oder keine Auskunft über die geplante Verwendung geben will. Solche Kunden könnten terroristische Motive haben, so die Behörde.

Auf der Liste von Fedpol sind insgesamt 15 frei verkäufliche Chemikalien gelistet. Zu den Substanzen, die für den Bau von Sprengstoffen verwendet werden können, zählen demnach etwa Wasserstoffperoxid, das in Desinfektionsmitteln vorkommt, Natriumperchlorat in Medikamenten oder Nitrate in Düngemitteln.

Die bei Anschlägen verwendeten Explosivstoffe werden vielfach von den Attentätern selbst hergestellt. Die Bauanleitungen seien leicht zugänglich und ohne besondere Fachkenntnisse verständlich. Die Zutaten könnten häufig uneingeschränkt bezogen werden, betont Fedpol.

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