Afrika

Burundi: Vom Straßenkid zur PTA Torsten Bless, 15.08.2017 12:21 Uhr

Berlin - Ausbildung als Mittel gegen Hoffnungslosigkeit: Burundi wurde in langen Jahren vom Bürgerkrieg gebeutelt, Wirtschaft und Gesundheitssystem liegen am Boden. Gemeinsam mit der gebürtigen Deutschen Verena Stamm hat der Verein Burundikids vor Ort eine qualifizierte Ausbildung für PTA geschaffen.

Ein romantischer Zufall ließ Verena Stamm alle Zelte abbrechen: Die Krankenschwester aus Wiesbaden lernte einen Chemiestudenten aus Burundi kennen und lieben. Und folgte ihm 1972 in seine Heimat. Dort freilich durchlebte sie seitdem turbulente Zeiten.

Im politisch instabilen Land gab es immer wieder bewaffnete Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutu und der Tutsi. Im Jahr 1993 wurde der den Hutu angehörige Präsident Melchior Ndadaye ermordet. Als Folge kam es zu zahlreichen Massakern an Tutsi. Nach Schätzungen kamen dabei bis 200.000 Menschen ums Leben. Die vom United States Institute of Peace eingerichtete internationale Untersuchungskommission sprach vom Genozid. Im Nachbarland Ruanda kamen 1994 in beinahe 100 Tagen mindestens 500.000 Menschen ums Leben, auch hier überwiegend Tutsi.

Über zehn Jahre dauerte der Bürgerkrieg im ostafrikanischen Land. Die politische Situation ist auch heute noch fragil. Die Wirtschaft liegt am Boden, die Infrastruktur ist weitgehend zerstört. 59 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Auf dem aktuellen „Welthunger-Index“ liegt Burundi an erster Stelle. Anders als Ruanda erhält das Land kaum internationale Hilfe, obwohl die Folgen von Gewalt, Flucht und Vertreibung auch hier täglich spürbar sind. Armutsbedingte Krankheiten wie Tuberkulose oder in zunehmenden Maße auch HIV und Aids grassieren.

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