Steuerhinterziehung

Zapper-Apotheker darf Approbation behalten APOTHEKE ADHOC, 10.01.2019 14:52 Uhr

Berlin - Hinterzieht ein Apotheker Steuern, droht ihm gleich doppelt Ärger: mit dem Fiskus und mit der eigenen Aufsichtsbehörde. Im schlimmsten Fall kann er für berufsunwürdig erklärt werden. Das Verwaltungsgericht Aachen hat dies in einem aktuellen Fall aber für übertrieben angesehen und dem Apotheker mit seiner Klage gegen den Entzug seiner Approbation recht gegeben.

Der Apotheker aus Düren hatte von 2009 bis 2012 in seiner Warenwirtschaft eine Manipulationssoftware verwendet. Das Amtsgericht Aachen hatte ihn im März 2017 wegen Steuerhinterziehung in Höhe von rund 200.000 Euro zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Daraufhin war ihm die Apothekenbetriebserlaubnis entzogen worden. Dagegen hatte der Apotheker erfolglos geklagt, ebenfalls vor dem Verwaltungsgericht Aachen. Über den Antrag auf Zulassung der Berufung ist noch nicht entschieden.

Erfolg hatte er dagegen mit seiner Klage gegen den Widerruf seiner Approbation. Die wäre – als faktisches Berufsverbot – das noch härtere Mittel gewesen. Der Apotheker habe sich keines Verhaltens schuldig gemacht, aus dem sich seine Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Apothekerberufs ergibt“, begründete Richterin Brunhilde Küppers-Aretz die Entscheidung.

Die Kammer sei zu dem Ergebnis gelangt, dass die Straftaten „nicht von einer solchen Schwere und einem solchen Unrechtsgehalt“ geprägt seien, dass sie die äußerste Maßnahme gegen einen Apotheker rechtfertigten. Berücksichtigt wurden demnach die Art der Straftat, Schwere und Zahl der Verstöße gegen Berufspflichten, das Ausmaß der Schuld und der Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit. Auch die Würdigung der Persönlichkeit des Apothekers und seiner Lebensumstände flossen in die Entscheidung mit ein.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

OTC-Präparate

Coupon-Schlacht zwischen Kytta und Voltaren»

Kosmetik

Sonnen-Serie: Sebamed wagt sich ins Apothekenregal»

eRezept-Studie von Dr. Kaske

Hersteller begrüßen direkten Draht in die Praxis»
Politik

Kassen gehen Minister an

Spahns Gesetz „ohne Vernunft, falsch und gefährlich“»

Europawahl

ABDA: Apotheker haben in Brüssel nicht viel zu melden»

Wechsel im Spahn Ministerium

BMG: Finanzexperte wird Staatssekretär»
Internationales

Herzpatienten gefährdet

Apothekeschließung gefährdet Compliance»

Wettbewerbsbehörde

Frankreich: Versandhandel soll Apotheken retten»

Opioid-Epidemie

Schmerzmittel gegen Sex: Großrazzien bei Ärzten und Apothekern»
Pharmazie

Sartane

In zwei Jahren: Maximal 0,03 ppm NDMA und NDEA»

Lieferengpass

Erwinase: Voraussichtlich ab Mitte Mai wieder lieferbar»

Obstipation

Abführ-Perlen: Aus Laxoberal wird Dulcolax»
Panorama

Bayern

Frau erwacht nach 27 Jahren aus Koma»

Fachschaft Uni Bonn

Kittelwäsche und Noweda-Beauftragter»

Grundschul-Exkurs

Pillen wie zu Fontanes Zeiten»
Apothekenpraxis

eRezept-Studie

Knappe Mehrheit der Apotheker lehnt eRezept ab»

Apothekensterben

Studie: eRezept killt 7000 Apotheken»

PEI-Erhebung

Impfstoffmangel ist Alltag in Apotheken»
PTA Live

Versicherungsschutz

Was tun bei einem Arbeitsunfall?»

LABOR-Debatte

Partnerschaften am Arbeitsplatz: Kann das gut gehen?»

Heilpflanzen im Frühjahr

Löwenzahn, die Pflanze der tausend Namen»
Erkältungs-Tipps

Zoonose

Wenn der Hund Schnupfen hat»

Erkältungstipps

Dampfinhalation – Mehr als nur heiße Luft»

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Der typische Erkältungsverlauf»
Magen-Darm & Co.

Schöllkraut

Das Kraut mit den 100 Namen»

Magen-Darm-Beschwerden

Bauchschmerzen bei Kindern: Was steckt dahinter?»

Richtig rollen

Rollkur bei Gastritis»
Kinderwunsch & Stillzeit

Supplemente bei Kinderwunsch

Folsäure: Wieso, weshalb, warum?»