Finanzgericht

Urteil: Fahrtenbuch nicht ordnungsgemäß APOTHEKE ADHOC, 29.07.2019 12:58 Uhr

Berlin - Ein Fahrtenbuch so zu führen, dass das Finanzamt nichts mehr zu meckern hat, ist gar nicht so leicht. Das Finanzgericht Niedersachsen hat nun entschieden, dass die unmittelbare elektronische Erfassung durch ein technisches System nicht ausreicht. Auch Bewegungsprofil und Fahrtanlässe sind zeitnah zu erfassen. Über das Urteil berichtet die Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover und gibt wertvolle Tipps für das korrekte Fahrtenbuch.

Eine gesetzliche Definition zu „ordnungsgemäßes Fahrtenbuch“ gibt es laut Treuhand nicht. Aus der Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen ergebe sich jedoch, dass dies zeitnah und in geschlossener Form geführt werden müsse. Nachträgliche Einfügungen oder Änderungen sollten so gut wie ausgeschlossen oder als solche erkennbar sein. Anbieter elektronischer Fahrtenbücher würden zwar oft damit werben, dass die Programme finanzamtskonform sind. Das sei aber keine Garantie dafür, dass die technische Lösung vom Fiskus auch anerkannt werde.

Für die restliche Fahrten sind laut Treuhand grundsätzlich folgende Angaben erforderlich: Datum und Kilometerstand zu Beginn und am Ende jeder einzelnen Fahrt, Reiseziel und bei Umwegen auch die Reiseroute sowie Reisezweck und aufgesuchter Geschäftspartner. Die bloße Ortsangabe im Fahrtenbuch genüge bei dienstlichen Fahrten nur, wenn der Geschäftspartner oder Kunde zweifelsfrei erkennbar oder leicht zu ermitteln sei. Für Privatfahrten genügen jeweils die Kilometerangaben.

Der Fiskus hat keine grundsätzlichen Bedenken gegen ein elektronisches Fahrtenbuch. Entsprechende Lösungen erfassen automatisch alle Fahrten mit Datum, Kilometerstand und Fahrtziel. Wichtig ist dem Finanzamt laut Treuhand, dass der Fahrer den dienstlichen Fahrtanlass – also Reisezweck und aufgesuchte Geschäftspartner – zeitnah vermerkt. Das bedeutet in diesem Fall, innerhalb von einer Woche nach Abschluss der Fahrt muss die Information in einem Webportal eingetragen werden.

Bei dem vor dem Finanzgericht verhandelten Fall war laut Treuhand unklar, wann die Angaben zu den jeweiligen Fahrtanlässen in der Datenbank ergänzt worden waren. Denn es bestand die Möglichkeit, die Angaben noch Monate später abzuspeichern. Das reichte den Finanzrichtern nicht. „Es sollte daher unbedingt darauf geachtet werden, dass sich aus den Datenbeständen die Abspeicherungstage nachvollziehbar ergeben“, rät die Treuhand.

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