Betriebsprüfung

Apothekenbote: Steuerfalle Fahrtenbuch Alexander Müller, 08.05.2015 12:06 Uhr

Berlin - Viele Apotheken bieten ihren Kunden einen Botendienst an. Wenn dabei der Privatwagen des Apothekers zum Einsatz kommt, kann die betriebliche Nutzung von der Steuer abgesetzt werden. Dazu gibt es klare Vorgaben. Ein Apotheker aus Baden-Württemberg wollte alles richtig machen, wurde bei einer Betriebsprüfung aber trotzdem zu einer Steuernachzahlung verdonnert. Seine Klage vor dem Finanzgericht blieb ohne Erfolg: Die Richter glaubten nicht, dass er bei seinem Fahrtenbuch nicht geschummelt hatte.

Laut Einkommenssteuergesetz (EStG) muss ein Privatwagen, der zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird, monatlich mit 1 Prozent des Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung versteuert werden. Alternativ können die Privatfahrten einzeln veranschlagt werden, was sich bei einer überwiegend betrieblichen Nutzung lohnt. In diesem Fall müssen aber alle Aufwendungen durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen werden.

Das hatte der Apotheker gemacht und für die Jahre 2006 bis 2008 eine private Nutzung zwischen 9 und 16 Prozent veranschlagt. Das Fahrtenbuch hatte er elektronisch geführt und bei der Betriebsprüfung im Jahr 2010 entsprechende Ausdrucke eingereicht.

Der Betriebsprüfer erkannte dies nicht an und veranschlagte die Steuer nach der sogenannten 1-Prozent-Regel. Für die Prüfjahre wurde vom Finanzamt eine Nachzahlung festgesetzt. Dagegen klagte der Apotheker – ohne Erfolg: Das Finanzgericht Baden-Württemberg bestätigte die vom Prüfer erhöhte Steuerlast. Das Gericht hielt es nicht für ausgeschlossen, dass der Apotheker sein Fahrtenbuch manipuliert hatte. Die Beweislast lag demnach beim Apotheker.

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