Rx-Boni-Verbot, eRezept, Impfen

Turbulente Zeiten: Das bringt 2020 Lothar Klein, 23.12.2019 09:01 Uhr

Berlin - Im neuen Jahr müssen sich die Apotheker erneut auf Veränderungen und Überraschungen einstellen: Mitte Januar wird aus Brüssel von der EU-Kommission die Stellungnahme zum geplanten Rx-Boni-Verbot erwartet. Im Juni will die Gematik das Regelwerk für das eRezept präsentieren. Bis zum Herbst müssen alle Apotheken an die TI der Gematik angeschlossen sein. Die Apotheker müssen zudem mit den Krankenkassen über Modellprojekte für Grippeschutzimpfungen verhandeln. Und irgendwann muss die ABDA einmal sagen, für welche pharmazeutischen Dienstleistungen sie künftig Honorar verlangen will. 150 Millionen Euro sind im Topf. 2020 dürfte also mindestens so spannend und unruhig werden wie das abgelaufene Jahr.

Vom für Mitte Januar erwarteten Votum der EU-Kommission hängt für die Apotheken viel ab: Nur im Fall der – wenig wahrscheinlichen – Zustimmung zum im VOASG geplanten Rx-Boni-Verbot dürfte das Apothekenstärkungsgesetz rasch verbschiedet werden. Sollte die EU-Kommission Nein sagen oder Auflagen machen, startet die politische Kontroverse in eine weitere Runde. Die politischen Positionen sind bekannt: Die SPD will keinem Gesetz zustimmen, das europarechtliche Risiken beinhaltet. Damit scheidet ein Festhalten am Rx-Boni-Verbot gegen ein Votum der EU-Kommission aus. Eine weitere Klage wegen Vertragsverletzung will die SPD nicht riskieren.

Andererseits haben führende CDU-Gesundheitspolitiker wie Micheal Hennrich bereits angekündigt, auch einem geringfügigen Boni-Deckel nicht zuzustimmen. Damit scheidet das bereit vor zwei Jahren von Edgar Franke und Sabine Dittmar erarbeitete Kompromissmodell als Ausweg aus. Nicht mittragen wird die SPD wiederum die Rückkehr zum Rx-Versandverbot, wie es in der Unionsfraktion erwogen wird. Womöglich droht daher ein komplettes Scheitern des Apothekenstärkungsgesetzes. Denn fraglich ist, ob sich Union und SPD darauf verständigen können, die darin enthaltenen pharmazeutischen Dienstleistungen als einzigen VOASG-Restposten zu verabschieden.

Trotzdem wird die ABDA nicht umhinkommen, ihre Ideen zu pharmazeutischen Dienstleistungen zu präsentieren. Bisher stand dabei das Medikationsmanagement einschließlich Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) im Zentrum der Überlegungen. In den letzten Monaten wurden dazu Vorschläge von einer Arbeitsgruppe entwickelt. Interessant wird sein, ob – und wenn ja – welche Honorarforderungen die ABDA damit verbindet. Die Pharmaziestudierenden verlangen schon mal 1,15 Euro pro Minute. Das VOASG sieht für neue pharmazeutische Dienstleistungen einen Betrag von 150 Millionen Euro vor. Die Kassen sollen verpflichtet werden, über die Inhalte mit der Apothekerschaft Verträge zu schließen und einen Fonds einzurichten – vergleichbar mit dem Nacht- und Notdienstfonds.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Coronavirus

Pneumokokken-Impfstoff

Prevenar ist zurück»

Modellprojekt

Bundeswehr testet Diensthunde als Corona-Schnüffler»

Corona-Schutzmaßnahmen

Einzelhandel: Landespolitiker wollen Maskenpflicht abschaffen»
Markt

Großhandel

IT-Störung: Wannen für 200 AEP-Kunden verspätet»

Natürlich zu vollerem Haar

Neu von Orthomol: Hair intense»

Corona-Krise

Umsatzeinbruch bei Beiersdorf»
Politik

Zukunftspakt spendiert Werbeflächen

My Life: Kampagne von Kammer und Verband»

Österreich

Wirkstoffverordnung: Hersteller gegen Gesundheitsminister»

WHO

Kampf gegen HIV und Aids in Gefahr – wegen Corona»
Internationales

Gesundheitsausschuss stimmt für Festpreise

Schweiz: Apotheker sollen nur noch das Billigste abgeben»

Führungswechsel

EMA: Pharmazeutin als neue Geschäftsführerin»

Risiko weiterhin hoch

Schweinepest: Fester Zaun geplant»
Pharmazie

AMK-Meldung

Daivobet: Abweichende Haltbarkeitsangaben»

Rückruf

Ibuflam geht retour»

Modelle für die Corona-Forschung

Uni Bochum züchtet Test-Lungen»
Panorama

Nachhaltigkeitsprojekt

Apothekenwald: Die ersten Bäume sind gepflanzt»

Baldrian, Hopfen & Co.

Heilkräuterwanderung – gefragt wie nie»

12 Jahre Gefängnis für Pfusch-Apotheker

Zyto-Skandal: BGH weist Revision zurück – Urteil rechtskräftig»
Apothekenpraxis

Mehrwertsteuersenkung

Preiswirrwarr in der Freiwahl»

Hilfstaxe

Rückwirkende Rabatte: Retax-Welle überrollt Zyto-Apotheken»

Kein Scherz!

Kein Filialleiter zu finden: Apotheke zu verschenken»
PTA Live

ZL prüft Ophthalmika

Ringversuch: Hypertone Natriumchlorid-Augentropfen»

Auf den Bindungspartner achten

Dosierung anpassen: Coffein oder Coffeincitrat?»

Frau zieht im Verkaufsraum blank

Braunschweig: Popo-Diebin schlägt schon wieder zu»
Erkältungs-Tipps

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»

Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung

Infekte in der warmen Jahreszeit»
Magen-Darm & Co.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: Schubweises Leiden»

Besondere Ernährungsformen

Low-carb und Keto: Verzicht auf Kohlenhydrate»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»

Engmaschige Vorsorgemöglichkeiten

Risikoschwangerschaft: Von Fruchtwasseruntersuchung und iGeL»

Hygienemaßnahmen bieten Schutz

Covid-19 in der Stillzeit: Was ist zu beachten?»
Medizinisches Cannabis

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»
HAUTsache gesund und schön

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»

Sommerzeit = Sonnenbrandzeit

Sonnenschutz: Mindestens LSF 30»