Phagro-Abschied Bernadette Sickendiek

„Sie kann unglaublich gut Männer führen“ APOTHEKE ADHOC, 06.12.2018 10:42 Uhr

Berlin - Der Phagro hat die Arbeit der scheidenden Geschäftsführerin Bernadette Sickendiek gewürdigt: Die Bilanz ihrer mehr als 20-jährigen Tätigkeit für den Großhandelsverband sei erfolgreich. „Dabei sah es zunächst nicht danach aus“, so der Phagro. Frauen seien in den 1980er Jahren in der Geschäftsführung nämlich alles andere als alltäglich gewesen. Letztlich überzeugte aber laut Phagro-Mitteilung „ihr frischer Gesamteindruck“.

Sickendiek verlässt den Phagro zum Jahresende und geht in den Ruhestand. Sie war erstmals von zwischen 1983 und 1991 für den Phagro tätig. Die Rechtsanwältin leitete damals von Frankfurt aus die Fachbereiche Recht und Soziales. Dann ging sie aus persönlichen Gründen für 14 Jahre nach Peru. 2005 lotste sie der damalige Celesio-Chef Dr. Fritz Oesterle zurück zum Großhandelsverband. Seitdem war sie dort als Sprecherin der Geschäftsführung tätig und leitete das Hauptstadtbüro in Berlin.

Die Verbandsarbeit sei für die Rechtsanwältin nie „nur“ Beruf, sondern immer auch Berufung gewesen, heißt es vom Phagro. Sie habe Verband und Branchenpolitik geprägt und habe ein gut funktionierendes Hauptstadtbüro aufgebaut. „Sie hat den Phagro nach innen und außen gut aufgestellt“, sagt Verbandsvorsitzender Dr. Thomas Trümper, der seit zwölf Jahren eng mit Sickendiek zusammenarbeitet. „Ihr größter Verdienst sind die guten persönlichen Verbindungen, die sie zu Nachbarverbänden, Politik und Ministerien geknüpft hat.“

Als die Juristin 1983 beim Phagro anfing, sei sie „eine Exotin“ gewesen. Frauen in der Geschäftsführung eines Branchenverbands seien zu dieser Zeit alles andere als alltäglich. „Es war schon die Frage: Soll man eine Frau mit diesem Amt betrauen?“, erinnert sich der ehemalige Phagro-Vorsitzende Otto Weber, damals Geschäftsführer von Ferdinand Schulze (heute Phoenix). „Mich hat sie überzeugt“, sagt er: „Sie machte so einen frischen Gesamteindruck.“

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