BMG-Datenaffäre

Phagro: Geheimgespräch zu ApBetrO-Novelle Patrick Hollstein, 06.03.2018 13:29 Uhr

Berlin - Wenn der Großhandelsverband Phagro auf informeller Ebene bei der Novellierung der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) mitreden will, dann soll das geheim bleiben. Als Zeugin im Prozess um die Datenaffäre im Bundesgesundheitsministerium (BMG) sagte Geschäftsführerin Bernadette Sickendiek aus, wie ihr Verband mit Themen umgeht, zu denen er offiziell keine Meinung abgeben will.

Laut Sickendiek sind die Großhändler „sehr interessiert“, wenn gesetzliche Änderungen anstehen, die ihre Kunden betreffen. Daher habe man 2010 auch die Debatte um die ApBetrO sehr aufmerksam verfolgt und sich gewundert, wie detailliert insbesondere APOTHEKE ADHOC über die teilweise widersprüchlichen Pläne des BMG berichtete. Dazu hatte man eigene Nachfragen an das Ministerium, denn die Interessen von Großhandel und Apotheken stimmten nicht überein, jedenfalls nicht immer.

Also habe man um ein „informelles Gespräch“ gebeten. Das sei auch bewilligt worden, allerdings musste Sickendiek ihre schriftliche Aussage korrigieren: Nicht am 4. August 2010, wie in ihrem persönlichen Kalender festgehalten, sondern einen Tag zuvor habe das Treffen in Bonn stattgefunden. Die Einladung hierzu war bereits am 21. Juli erfolgt.

Auf informeller Ebene habe man sich deswegen bewegen wollen, weil man als Verband nichts kommentiere, was die eigenen Mitglieder nicht direkt betreffe, so Sickendiek. Die Anfrage sei vom Vorstand beschlossen worden, der Termin als solcher aber nicht intern kommentiert worden. „Nach außen sowieso nie.“

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