Großhandelskonditionen

Das stumme Oligopol Alexander Müller, 05.05.2014 10:58 Uhr

Berlin - Der hohe Konzentrationsgrad im Pharmagroßhandel wurde schon 1990 vom Bundeskartellamt als Problem erkannt: Die „oligopolistische Reaktionsverbundenheit“ könne „spontane Verhaltenskoordinierung erleichtern“ und den Nachweis illegaler Absprachen erschweren, hieß es damals. Die Wettbewerbshüter hatten gerade ein Bußgeld von knapp 38 Millionen DM gegen 13 Großhändler verhängt. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass das Synchronschwimmen der Branche die Behörde auf den Plan gerufen hat.

Das Kartellamt konnte damals belegen, dass sich rund ein Dutzend Unternehmen im Dezember 1986 auf einen „grundsätzlichen Akquisitionsstop“ verständigt hatten – „zum Zwecke einer fortlaufenden Senkung der den Apotheken eingeräumten Rabatte“. In den folgenden Jahren hätten die Niederlassungsleiter dann „konkrete Rabattabsprachen“ getroffen, Abwerbungen unterlassen und den Wettbewerb durch einen Kundenausgleich und weitere Maßnahmen weiter beschränkt.

Vor knapp acht Jahren musste das Kartellamt erneut einschreiten: Wegen kartellrechtswidriger Absprachen mussten die Anzag (heute Alliance), die Sanacorp, Phoenix und Gehe sowie fünf Einzelpersonen zusammen knapp 2,2 Millionen Euro Strafe zahlen. Die Großhändler hatten laut Kartellamt illegale Absprachen zu ihren Marktanteilen getroffen.

Hintergrund war die damalige „Vorwärtsstrategie“ der Anzag. Die Frankfurter hatten im Jahr 2003 eine „Rabattschlacht“ angezettelt, um der Konkurrenz Kunden abzujagen. Nachdem Dr. Thomas Trümper bei dem Frankfurter Großhändler das Ruder übernommen hatte, wurde dieser Kurs verlass

APOTHEKE ADHOC Debatte