Kartellverfahren gegen Großhändler

Noweda-Chef attackiert Kartellamt Carolin Bauer, 19.03.2018 14:44 Uhr

Berlin - Nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens des Bundeskartellamts gegen Pharmagroßhändler fühlen sich betroffene Unternehmen in ihrem Handeln bestätigt. Noweda beklagt den erlittenen Imageschaden für die Branche.

Im Verfahren um vermeintliche Kundenschutzabsprachen unter Großhändlern hat das Bundeskartellamt keinen hinreichenden Tatverdacht gesehen. Nach dem derzeitigen Ergebnis der Ermittlungen sei eine Verurteilung der betroffenen Unternehmen und Personen nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit zu erwarten, hieß es zur Begründung. Bis zum Abschluss des Verfahrens gelte die Unschuldsvermutung.

Mitte September 2016 hatten 50 Mitarbeiter des Bundeskartellamts sowie Beamte der Kriminalpolizei zeitgleich die Hauptniederlassungen sowie weitere Standorte von Phoenix, Noweda, Gehe, Sanacorp, Alliance, AEP, Hageda Stumpf und Pharma Privat am Standort von Richard Kehr in Braunschweig durchsucht.

Noweda-Chef Dr. Michael Kuck konnte laut eigenen Angaben von Anfang an nicht nachvollziehen, dass der Essener Großhändler Gegenstand der Untersuchung des Bundeskartellamts war: „Bereits am Tag der Durchsuchung haben wir der Behörde unsere uneingeschränkte Kooperationsbereitschaft erklärt und unsere Umsatzakquisen für den Zeitraum offengelegt, in dem Noweda die angeblichen Absprachen getroffen haben soll“, sagt er. Diese Akquisen, das heißt der Wechsel von Apotheken von einem Großhändler zum anderen, hätte innerhalb kürzester Zeit überprüft werden können. „Da wir in dem betreffenden Zeitraum eine Reihe von Apotheken für uns gewinnen konnten, wäre der Verdacht von Kundenschutzabsprachen sehr schnell vom Tisch gewesen.“

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