Sanacorp-Fall wird neu aufgerollt

, Uhr

Berlin - Vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) muss eine Grundsatzfrage geklärt werden: Wie viel pharmazeutisches Wissen muss die „verantwortliche Person“ in einer Großhandelsniederlassung vorweisen? Die Leipziger Richter sollten hierzu gestern eigentlich ihr Urteil verkünden, haben die Sache aber an die Vorinstanz zurückverwiesen. Jetzt muss sich das Oberverwaltungsgericht Münster erneut damit befassen.

Das BVerwG hat das Urteil des OVG vom 26. Februar wird aufgehoben und zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurückverwiesen, teilte eine Sprecherin des BVerwG gegenüber APOTHEKE ADHOC mit. Mit der Begründung für diese Entscheidung ist erst in etwa zwei Monaten zu rechnen. Weil vor dem Revisionsgericht keine neuen Sachverhalte mehr vorgebracht werden können, deutet die Zurückverweisung darauf hin, dass die Leipziger Richter auf der Tatbestandseite noch Aufklärungsbedarf haben.

In einem Fall ging es um die Düsseldorfer Niederlassung der Sanacorp, in einem zweiten Verfahren um ein kleineres Unternehmen mit Großhandelserlaubnis. Auch dieser zweite Fall geht zurück nach Münster zur erneuten Verhandlung.

Sanacorp hatte 2014 einen gelernten Groß- und Außenhandelskaufmann als „verantwortliche Person“ gemeldet. Der Mitarbeiter war seit Februar 2015 als Betriebsleiter tätig und hatte schon mehrere andere Niederlassungen des Großhändlers geleitet. Die Genossenschaft machte geltend, dass er daher mit den Gegebenheiten und Anforderungen eines pharmazeutischen Großhandelsbetriebes bestens vertraut sei.

Doch die Aufsichtsbehörde hatte Einwände. Die Bezirksregierung teilte im April 2014 mit, dass der Nachweis der Sachkenntnis „für Herrn Q.“ nicht erbracht worden sei. Sie drohte sogar, das Ruhen der Großhandelsgenehmigung anzuordnen, wenn nicht der erforderliche Sachkenntnisnachweis erbracht oder eine andere Person benannt werde. Sowohl das Verwaltungsgericht Düsseldorf (VG) als auch das OVG teilten die Einschätzung der Behörde. Zwar sei eine pharmazeutische Ausbildung nicht zwingend erforderlich, die Eignung müsse aber im Einzelfall belegt werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr aus Ressort

Auch Apotheken könnten Tests anbieten
Spahn: Antikörpertest reicht als Nachweis »
Weiteres
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Nur noch in der Harnblase
Mitomycin nicht mehr intravenös»
Rückrufe wegen giftiger Azidoverbindungen
Losartan mit mutagener Verunreinigung»
Apotheker enttäuscht über Entschädigung
PTA muss 11.400 Euro an Ex-Chef zahlen»
Rätselbilder für echte Kenner
Zu wem gehört das Logo?»
Dokumentation, Standardisierung & Co.
Patientensicherheit in der Rezeptur»