Arzneimittelausgaben

Linke fordern Preisbremse APOTHEKE ADHOC, 29.11.2017 14:28 Uhr

Berlin - Die Ausgaben für Arzneimittel müssen nach Ansicht der Linksfraktion wirksamer begrenzt werden. Die Preise für Medikamente seien in den vergangenen Jahren explodiert. Dies zeige, dass die AMNOG-Reform von Union und FDP aus dem Jahr 2010 den Anstieg der Kosten nicht erkennbar habe abschwächen können, heißt es in einem Antrag der Fraktion. Verantwortlich dafür macht die Arzneimittelexpertin der Linksfraktion Kathrin Vogler neue, innovative Arzneimittel etwa zur Behandlung von Hepatitis C.

Die Linksfraktion führt an, dass die Ausgaben der Krankenkassen für Fertigarzneimittel seit Inkrafttreten des AMNOG von 29 auf 36,3 Milliarden Euro gestiegen seien. „Den Löwenanteil des Anstiegs verursachen die neuen, patentgeschützten Arzneimittel – also gerade diejenigen, deren Preise durch das AMNOG gesenkt werden sollten“, so der Antrag.

Hier sei der Umsatz von 12,3 auf 15,9 Milliarden Euro gestiegen. Das entspreche einem Anstieg von 29,3 Prozent in nur vier Jahren. Die Linksfraktion beruft sich auf den Arzneiverordnungsreport 2017. Allein für Krebsmedikamente seien die GKV-Ausgaben von 2011 bis 2016 um 41 Prozent angewachsen: „Für immer mehr Präparate verlangen die Pharmakonzerne für die Therapie pro Patientin oder Patient mehrere zehntausend Euro im Jahr, teilweise sogar weit über 100.000 Euro.“ Zwar hätten praktisch alle EU-Staaten mit steigenden Preisen für neue Arzneimittel zu kämpfen. „Doch das AMNOG vermochte es nicht, die Preise für neue Arzneimittel in Deutschland auch nur auf europäisches Durchschnittsniveau zu senken“, kritisiert die Linksfraktion.

Es kämen zudem teure Arzneimittel auf den Markt, die nicht nur keinen therapeutischen Mehrwert besäßen, sondern sogar schlechter wirkten oder weniger verträglich sein könnten als bewährte Mittel. So habe der Hersteller Pfizer für das Brustkrebsmittel Ibrance nach Einschätzung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) keinen Zusatznutzen im Vergleich zur Standardtherapie belegen können. Allerdings seien schwere Nebenwirkungen erheblich häufiger aufgetreten. „Wir haben insgesamt keine positiven Ergebnisse gefunden, sondern nur negative”, zitiert die Linksfraktion in ihrem Antrag Dr. Thomas Kaiser vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWi

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