Arzneimittelausgaben im Griff: 38,5 Milliarden Euro

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Berlin -

Die Arzneimittelausgaben der Kassen sind 2016 langsamer gestiegen als in den Vorjahren. Verantwortlich dafür war unter anderem das Auslaufen der teuren Welle von Hepatitis-C-Therapien. Nach Abgaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) legten die Arzneimittelausgaben nach Zuwächsen von 9,4 Prozent je Versicherten in 2014 und 4 Prozent in 2015 im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent zu.

Dies entspricht einem absoluten Zuwachs von 1,4 Milliarden Euro auf 38,5 Milliarden Euro. Bei der Bewertung der aktuellen Ausgabenzuwächse ist zu berücksichtigen, dass die Ausgaben für innovative Arzneimittel zur Behandlung der Hepatitis C 2016 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 500 Millionen Euro niedriger ausfielen, so das BMG. Durch Rabattvereinbarungen mit pharmazeutischen Unternehmen wurden die Krankenkassen zudem weiterhin deutlich entlastet: Die Rabatterlöse sind 2016 um 7,8 Prozent auf rund 3,85 Milliarden Euro gestiegen.

Insgesamt erzielten Krankenkassen 2016 einen Überschuss von rund 1,38 Milliarden Euro. Damit steigen die Finanzreserven der Krankenkassen auf mehr als 15,9 Milliarden Euro. Am Ende des vergangenen Jahres betrug die Gesamt-Reserve von Krankenkassen und Gesundheitsfonds zusammen 25 Milliarden Euro.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bewertet das Ergebnis positiv: „Die gesetzliche Krankenversicherung steht mit Reserven von 25 Milliarden Euro weiterhin auf einer guten Grundlage. Das zeigt, die Panikmache, mit der Versicherte verunsichert wurden, hat sich als falsch erwiesen. Wir haben die notwendigen Verbesserungen, etwa im Bereich der Prävention, der Hospiz- und Palliativversorgung oder der Stärkung von Stationspflege und Hygiene im Krankenhaus, mit Augenmaß und stets mit Blick auf ihre langfristige Finanzierbarkeit auf den Weg gebracht.“

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