Westfalen-Lippe

Apotheken: Leichtes Plus statt rote Null

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Berlin -

Positiver als erwartet hat sich die wirtschaftliche Lage der rund 2000 westfälisch-lippischen Apotheken in der ersten Jahreshälfte entwickelt. Statt einer roten Null rechnet der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) jetzt mit einem leichten Plus. Verantwortlich dafür sind laut AVWL unter anderem die rezeptpflichtigen Arzneimittel: In den ersten sechs Monaten wurden knapp 2 Prozent mehr Rx-Packungen abgegeben.

Außerdem verbesserten sich laut AVWL die Einkaufskonditionen im Großhandel leicht. Der Tarifabschluss für 2016 habe zu geringeren Personalkostensteigerungen geführt als angenommen. Die Mitarbeiter in öffentlichen Apotheken erhalten seit 1. Januar – je nach Berufsgruppe und Berufsjahresgruppe – zwischen 1,8 Prozent und 2,5 Prozent mehr Gehalt.

Nach Zahlen der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover haben die Apotheken in Westfalen-Lippe im Durchschnitt des ersten Halbjahres 994.000 Euro Umsatz (plus 0,4 Prozent) erzielt. Den Löwenanteil, nämlich 728.000 Euro Umsatz oder 73 Prozent, erwirtschafteten sie mit den Krankenkassen. Der Rest entfällt auf Selbstzahler und Privatversicherte und auf das OTC-Geschäft. Nach Abzug der Kosten blieb ein fast unverändertes Betriebsergebnis vor Steuern von 65.000 Euro pro Apotheke, teilte der AVWL mit. Statt einer roten Null erwartet der Verband bis Ende des Jahres nun ein leichtes Plus im Betriebsergebnis.

Noch im Juli hatte sich die ABDA pessimistischer gezeigt. Denn zu Jahresbeginn habe sich die wirtschaftliche Lage der Apotheken geringfügig verschlechtert. Ausschlaggebend dafür waren nach dem Lagebericht der ABDA das geringe Umsatzwachstum und die sinkende Packungsmenge im ersten Quartal. Der Rohertrag einer durchschnittlichen Apotheke blieb „nahezu unverändert“ . „Bezogen auf die Anteilswerte am Nettoumsatz (Handelsspanne) entspricht dies sogar einem Rückgang von 24,6 Prozent auf 24,4 Prozent“, so der Bericht von Claudia Korf, ABDA-Geschäftsführerin Wirtschaft, Soziales und Verträge.

Der neue Tarifvertrag führe zudem zu steigenden den Personalkosten in den Apotheken, diagnostizierte Korf. In Westfalen-Lippe hat sich dies jetzt nicht bestätigt.

Allerdings zeigte sich auch die ABDA für den weiteren Jahresverlauf etwas optimistischer: Da Umsatz und Absatz in den nächsten Monaten voraussichtlich wieder dynamischer wachsen würden, dürfte sich das betriebswirtschaftliche Ergebnis im weiteren Jahresverlauf leicht bessern, sodass zumindest das Vorjahresniveau erreicht werde.

Laut IMS Health erhöhte sich die Menge abgegebener Rx-Packungen im ersten Halbjahr um 2 Prozent auf gut 310 Millionen Stück. Die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen stiegen laut IMS um rund 4 Prozent. Für Arzneimittel und Diagnostika gaben die Kassen danach 18,3 Milliarden Euro (AVP) aus. Das entspricht einer Steigerung von etwas über 700 Millionen Euro. Das Ausgabenplus beruht vor allem auf Zuwächsen bei verschiedenen innovativen Medikamenten.

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