Impfstoff-Lieferungen: Die Wünsche der Ärzte

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Berlin - Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen so bald wie möglich auch Arztpraxen in die Impfungen einbezogen werden. Wie aber wird die Vakzine distribuiert? Droht ein ähnliches Chaos wie alljährlich beim Grippeimpfstoff? Laut Spahn laufen Gespräche mit Großhändlern, Ärzten und Apotheken, etwa über Logistik und die Vergütung. Die Ärzte Zeitung berichtet über ein Schreiben, in dem die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ihre Erwartungen skizziert.

Aufgebaut würden derzeit die Lieferketten vom Großhandel über die Apotheken bis in die Praxen, sagte Spahn. Man könne dafür auf „eingespielte Logistikwege“ zurückgreifen, in der Pandemie sei es aber etwas anders als sonst. „Das wird kein Spaziergang“, fügte der Minister an.

Die Ärzte haben eigene Vorstellungen, wie das Prozedere reibungslos ablaufen könnte. Der Brief, den die KBV-Spitze ans BMG geschrieben hat, datiert vom 12. Februar und enthält Forderungen an ein Distributionskonzept, um die Covid-19-Schutzimpfungen in der vertragsärztlichen Versorgung „reibungslos“ umzusetzen.

Im Schnitt sollte demnach jeder der teilnehmenden Praxen „mindestens 100 Impfstoffdosen pro Woche“ zur Verfügung stehen, wobei es auch Praxen mit deutlich mehr Impfungen geben werde. Insgesamt sollten die Praxen drei bis fünf Millionen Dosen erhalten, zitiert die Ärzte Zeitung.

Bestellungen sollten „einfach und unbürokratisch“ unter Angabe der jeweiligen Mengen an Vektor- und mRNA-Impfstoffen über das Muster-16-Formular möglich sein. Praktikabel seien wöchentliche bis monatliche Bestellungen. Geliefert werde solle wegen der Kühlung wöchentlich – im Fall von Comirnaty am besten am Montagvormittag. Alle Lieferungen sollten direkt an die Praxen erfolgen, schreibt die Ärzte Zeitung weiter. Zur Verfügung gestellt werden sollten für die Praxen nutzbare Gebindegrößen. Auch die erforderlichen Verbrauchsmaterialien wie Spritzen und Kanülen sollten direkt mitgeliefert werden, um das Risiko des Überschreitens der Haltbarkeit zu minimieren.

Die jeweiligen Mengen und Termine sollten den Praxen frühzeitig bekannt sein, damit diese beim Terminmanagement berücksichtigt werden könnten. Über eventuelle Kürzungen der Liefermengen sollten die Ärzte mindestens eine Woche vorab informiert werden.

In mehreren Bundesländern gibt es bereits Modellprojekte zum Impfen in Arztpraxen. Spahn berichtete, dass er darum gebeten worden sei, dafür eine rechtliche Grundlage in der Impfverordnung zu schaffen. „Das werden wir zeitnah ausdrücklich regeln, und auch Vergütungen für die Ärzte vorsehen“, sagte Spahn.

In einem ersten Schritt sollen Menschen mit Vorerkrankungen geimpft werden – derzeit sei der Nachweis eine Herausforderung. Entsprechende Modelle würden vorbereitet. In Berlin bereitet die KV laut Ärzte Zeitung eine Pilotphase mit Schwerpunktpraxen für Krebs- und Diabetespatienten vor. In einem weiteren Schritte werde es mit steigenden Impfstoffmengen nötig, die Arztpraxen insgesamt regelhaft in die Kampagne einzubeziehen, sagte Spahn.

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