Corona-Impfstoff: BMG will Verteilung steuern

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Berlin -

Ab April sollen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ihre Patient:innen gegen Corona impfen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt auf die bewährten Logistikstrukturen. In der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaimpfV) ist geregelt, was die Ärzte abrechnen können und was sie dokumentieren müssen. Die Details werden gerade erarbeitet.

Laut Spahn ist vorgesehen, dass die Praxen am Dienstag den Bedarf für die Folgewoche bestellen. Der Bund stellt den Impfstoff dem Großhandel zur Verfügung, der wiederum an die Apotheken ausliefert. Innerhalb von 24 Stunden soll die Vakzine dann in den Praxen sein. Dabei soll auch steuernd eingegriffen werden: Denn am Anfang werde es sehr wahrscheinlich eine Nachfrage geben, die das Angebot deutlich übersteigt. „Daher werden wir quotieren, um eine faire Verteilung zu garantieren“, so Spahn. Es gehe nicht darum, wer als erster bestelle, sondern um eine gleichmäßige Verfügbarkeit.

Wie das gehen soll, verriet Spahn nicht; offenbar soll der Großhandel hier die Auslieferung an die Apotheken steuern: „Diese Mechanismen sind den Ärzten bekannt, sie werden heute schon eingesetzt bei Pneumokokken und anderen Impfstoffen“, so Spahn. Am Montag werde es dazu noch einmal Gespräche mit den Ländern geben.

Laut Entwurf erhalten die Arztpraxen je Impfung 20 Euro. Sofern eine Impfung zu Hause oder im Heim notwendig ist, werden zuzüglich 35 Euro vergütet; für jede weitere Impfung in derselben sozialen Gemeinschaft oder Einrichtung werden zuzüglich jeweils weitere 15 Euro vergütet.

Zunächst sollen nur beauftragte Arztpraxen impfen, für eine schnellere Durchimpfung der Bevölkerung, die Vermeidung eines Staus an verfügbaren Impfstoffdosen und letztlich die Erreichung eines „Gemeinschaftsschutzes“ ist es laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) unabdingbar, alle Vertragsärzte zügig in das Impfgeschehen einzubinden. Mit dem etablierten Distributionsweg über die Apotheken ist die KBV zufireden: Auf diesem Wege könne die Bürokratie weiter vermindert werden und die Arztpraxen einen erheblichen Teil der Impfungen übernehmen.

Die KBV begrüßt ausdrücklich auch die vorgesehene Vereinfachung der täglichen Impfdokumentation für die beauftragten Arztpraxen. Spahn sprach von einer pragmatischen Lösung – die dann allerdings auch weniger Daten liefere.

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