Klinikärzte können ab Oktober Rezepte ausstellen

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Berlin -

Ab 1. Oktober können nach mehrfacher Verzögerung Krankenhausärzte im Rahmen des Entlassmanagements Arzneimittel für den Bedarf von sieben Tagen verordnen. Dann tritt Rahmenvertrag zum Entlassmanagement in Kraft. Darauf haben sich jetzt Kliniken, Ärzte und Kassen geeinigt. Das Entlassmanagement wurde 2015 mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz eingeführt und sollte eigentlich schon 2016 beginnen. Die drei Parteien hatten jedoch lange über Details gestritten.

Das Entlassmanagement hatte ursprünglich vorgesehen, dass Klinikärzte künftig mit jedem Patienten vor dessen Entlassung sprechen müssen. Bei Bedarf sollten sie ihm Medikamente für die erste Zeit nach der Entlassung verschreiben, einen Medikationsplan erstellen und gemeinsam Fragebögen ausfüllen. Den Klinikärzten war der bürokratische Aufwand zu groß. Sie klagten gegen die Vereinbarung. Sie kritisierten vor allem, dass Klinikärzte wie ihre niedergelassenen Kollegen eine lebenslange Arztnummer (LANR) erhalten sollten.

Dieser Plan ist nun vom Tisch. Ab Januar 2018 sollen Klinikärzte stattdessen eine eigene sogenannte Krankenhausarztnummer bekommen. Bis dahin dürfen sie Rezepte und andere Papiere übergangsweise anonymisiert abzeichnen: Statt der LANR geben sie die siebenstellige Nummer 7777777 ein, an achter und neunter Stelle ergänzt die Klinik einen Fachgruppencode. Für Apotheker dürfte es so vorerst schwierig bleiben, den verschreibenden Klinikarzt für Rückfragen zu erreichen.

Außerdem müssen Ärzte das Entlassmanagement nun nicht mehr jedem Patienten anbieten. Ist aus Sicht der Klinikärzte keine Anschlussversorgung erforderlich, kann auf diesen Punkt verzichten werden, heißt es in der Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag. Außerdem ist dort nun festgeschrieben, dass nicht jeder Krankenhausarzt Medikamente verordnen darf, sondern nur jene, die entsprechende Facharzt-Weiterbildungen vorweisen können.

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