ABDA: Begrenzte Prüfpflicht für Apotheken

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Berlin -

Dass Klinikärzte im Rahmen des Entlassmanagements Rezepte ausstellen und ihren Patienten mitgeben dürfen, gilt eigentlich schon seit Juli 2015. Doch mit der Umsetzung hapert es noch. Erst im März wurde der Entwurf eines Rahmenvertrages zwischen Krankenhäusern, Ärzten und Kassen vorgelegt, der die Details regeln muss. Die Apotheker sitzen nicht mit am Tisch. Der ABDA wurde aber die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt. Neue Prüfpflichten für Apotheker lehnt die ABDA darin ab.

Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) wurde geregelt, dass Kliniken im Rahmen des Entlassmanagements Arznei- und Hilfsmittel verordnen und Krankenscheine für bis zu sieben Tage ausstellen dürfen. Der G-BA hat sich bereits mit der Umsetzung befasst und Mitte Septembereinen Entwurf zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) vorgelegt. Dieser wurde im Dezember mit einigen kleinen Änderungen beschlossen und Mitte März veröffentlicht. Klinikärzte dürfen demnach zwar Rezepte ausstellen, müssen aber zuvor prüfen, ob überhaupt eine Verordnung nötig ist. Denn bevorzugt sollen sie Arzneimittel mitgeben.

Die Verordnung soll auf einem Muster-16-Rezept erfolgen. Wichtig ist ein Hinweis auf das Entlassmanagement beziehungsweise eine Versorgung nach §39 Sozialgesetzbuch (SGB V), denn die Rezepte sind nur drei Werktage gültig. Das gilt auch für T-Rezepte, die normalerweise sechs Tage lang beliefert werden dürfen. Ist das Rezept nicht richtig ausgestellt, muss der Patient zurück ins Krankenhaus, um es ändern und abzeichnen zu lassen.

In ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Rahmenvertrages kritisiert die ABDA unter anderem die nur begrenzte Erreichbarkeit der Klinikärzte und fordert konkretere Angaben zur Normgrößenabgabe. „Die avisierte Erreichbarkeit des Krankenhauses von montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 15 Uhr ist zu kurz bemessen“, so die ABDA. Typischerweise komme der Patient Freitagabends oder am Samstag mit dem Entlassrezept in die Apotheke. Bei unklaren Verordnungen hätte der Apotheker aufgrund des vorliegenden Entwurfs demnach nur eingeschränkt die Möglichkeit, eine Klärung herbeizuführen. ABDA: „Es ist daher die Ausweitung der Erreichbarkeit, auch am Wochenende, erforderlich.“

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