G-BA definiert Regeln für Klinik-Rezepte

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Berlin -

Krankenhäuser sollen künftig Rezepte ausstellen dürfen. Patienten, die nach ihrer Entlassung Medikamente brauchen, soll auf diese Weise der sofortige Weg zum Arzt erspart werden. Wie Rezepte aus Kliniken aussehen sollen, soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) festlegen. Das Gremium hat nun einen ersten Entwurf vorgelegt, zu dem auch die Apotheker Stellung beziehen können.

Die grundsätzlichen Regelungen zum Entlassmanagement wurden mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) im Sozialgesetzbuch (SGB V) festgelegt. So dürfen Kliniken künftig Arznei- und Hilfsmittel verordnen und Krankenscheine für bis zu sieben Tage ausstellen. Bei Medikamenten dürfen die Krankenhausärzte lediglich „eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen“ verschreiben.

Der Unterausschuss Arzneimittel des G-BA hat nun einen Entwurf zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) vorgelegt. Darin soll geregelt werden, dass das Krankenhaus zunächst vor der Verordnung prüfen muss, ob ein Rezept überhaupt erforderlich ist. Denn falls der Patient an einem Freitag oder vor einem Feiertag entlassen wird, könnten die Kliniken die Arzneimittel auch weiter für bis zu drei Tage mitgeben – und diese Lösung solle bevorzugt werden. Das gilt vor allem Fall dann, wenn die Behandlung abgeschlossen werden kann.

Während die Apotheker die Änderung begrüßten, wäre es der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) lieber gewesen, wenn das Krankenhaus dem Patienten die erforderliche Arzneimittelmenge mitgeben könnte – und zwar für länger als drei Tage. Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats hatte zwar einen entsprechenden Änderungsantrag vorgelegt, war damit aber im Plenum gescheitert.

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