ABDA: Keine Korrekturschleife für Klinik-Rezepte

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Berlin -

Im Rahmen des Entlassmanagements sollen Kliniken künftig Rezepte ausstellen dürfen. Wie diese aussehen sollen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) erarbeitet. Mit dessen Vorschlag sind die Apotheker aber nicht zufrieden. In ihrer Stellungnahme kritisiert die ABDA etwa, dass Kliniken „vorrangig“ Arzneimittel mitgeben statt Rezepte darüber verschreiben sollen.

In der Arzneimittel-Richtlinie, die der G-BA für das Entlassmanagement überarbeitet, soll geregelt werden, dass Kliniken vor der Verordnung prüfen müssen, ob ein Rezept überhaupt erforderlich ist. Denn falls der Patient an einem Freitag oder vor einem Feiertag entlassen wird, könnten die Kliniken die Arzneimittel auch weiter für bis zu drei Tage mitgeben – und diese Lösung solle bevorzugt werden. Das gilt vor allem Fall dann, wenn die Behandlung abgeschlossen werden kann.

Die ABDA kritisiert, dass dies dem Klinikpersonal nicht ermögliche, eine rechtssichere Entscheidung darüber zu treffen, wann die Ausstellung eines Rezeptes möglich sei. Diese Unsicherheit werde den Versorgungsablauf „empfindlich stören“, warnt die ABDA und empfiehlt, den entsprechenden Passus zu streichen.

Der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wäre es ohnehin lieber gewesen, wenn das Krankenhaus dem Patienten die erforderliche Arzneimittelmenge mitgeben könnte – und zwar für länger als drei Tage. Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats hatte zwar einen entsprechenden Änderungsantrag vorgelegt, war damit aber im Plenum gescheitert.

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