Entlassmanagement

Ab 2016: Kurzzeit-Rezepte aus der Klinik

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Berlin -

Im neuen Jahr erwartet die Apotheker auch ein neues Rezept: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Regeln für Verordnungen von Klinikärzten beschlossen. Die Anmerkungen der Apotheker wurden dabei nicht beachtet: Vorrangig sollen die Kliniken die benötigten Arzneimittel selbst mitgeben. Und wenn doch eine Verordnung ausgestellt wird, sollen Korrekturen nur von den Ärzten selbst vorgenommen werden.

Die grundsätzlichen Regelungen zum Entlassmanagement wurden mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) im Sozialgesetzbuch (SGB V) festgelegt. So dürfen Kliniken künftig Arznei- und Hilfsmittel verordnen und Krankenscheine für bis zu sieben Tage ausstellen. Bei Medikamenten dürfen die Krankenhausärzte lediglich „eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen“ verschreiben.

Wie genau diese Vorgabe umgesetzt wird, sollte der G-BA regeln. Mitte September legte der Unterausschuss Arzneimittel einen Entwurf zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) vor. Dieser wurde nun mit einigen kleinen Änderungen beschlossen. Die neuen Vorgaben sollen am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten.

Klinikärzte dürfen dann zwar Rezepte ausstellen. Sie müssen zuvor aber prüfen, ob überhaupt eine Verordnung nötig ist. Denn falls der Patient an einem Freitag oder vor einem Feiertag entlassen wird, könnten die Ärzte die Arzneimittel auch weiterhin für bis zu drei Tage mitgeben – und diese Lösung soll bevorzugt werden.

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