Docdirekt jetzt in ganz Baden-Württemberg | APOTHEKE ADHOC
Online-Sprechstunde

Docdirekt jetzt in ganz Baden-Württemberg

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Berlin -

Ab sofort können sich alle GKV-Versicherte in Baden-Württemberg online von einem Tele-Arzt beraten lassen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) rollt das Modellprojekt Docdirekt jetzt landesweit aus. Bislang war die Fernbehandlung auf die Stadt Stuttgart und den Landkreis Tuttlingen begrenzt. Noch fehlt aber ein elektronisches Rezept.

KV-Vize Dr. Johannes Fechner erklärt: „Wir sind zunächst in den beiden Modellregionen Tuttlingen und Stuttgart gestartet, um die Abläufe und die Technik zu testen. Das Projekt ist problemlos angelaufen und die Erfahrungen aller Beteiligten sind durchweg positiv. Wir haben uns deshalb entschieden, dieses Angebot allen GKV-Versicherten in Baden-Württemberg anzubieten.“

Für Dr. Norbert Metke, Vorstandsvorsitzender der KV, ist die Ausweitung von Docdirekt zukunftweisend: „Es drängen viele Anbieter – auch aus dem Ausland – für die telemedizinische Beratung auf den Markt. Mit Docdirekt haben die Patienten in Baden-Württemberg ein seriöses Angebot für eine Online-Beratung – kostenfrei, sicher und qualitativ hochwertig.“

Eine erste Bilanz in den bisherigen Testgebieten fällt positiv aus: Es gebe sowohl von den teilnehmenden Ärzten als auch von den Patienten nur positive Rückmeldungen, so die KV. Danach melden sich in der Online-Sprechstunde Patienten mit dem üblichen Krankheits- und Beschwerdebildern einer Hausarztpraxis. Es gab circa 70 „Arztfälle“ pro Monat im Rahmen von Docdirekt. Das Altersspektrum der Patienten entspricht laut KV ebenfalls Durchschnitt.

Als Tele-Ärzte seien erfahrene niedergelassene Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte tätig. Sie stehen von Montag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr für die Beratung der akut erkrankten Patienten zur Verfügung. Der Weg zu Docdirekt führt über die App, die im Google- oder App-Store zum Download bereitsteht und laut KV von 1200 Versicherten heruntergeladen wurde.

Ebenso ist eine Anmeldung über die Homepage möglich. Der Patient kann auch telefonisch unter der Rufnummer 0711/96589700 Kontakt mit dem Docdirekt-Center der KV aufnehmen. Eine speziell geschulte Medizinische Fachangestellte (MFA) erfasst Personalien, Krankheitssymptome und klärt die Dringlichkeit.

Der Tele-Arzt nimmt mit dem Patienten Kontakt auf und berät den Patienten online. Ist eine taggleiche persönliche Vorstellung des Patienten bei einem Arzt notwendig, vermittelt die Terminservicestelle der KV schnellstmöglich einen Termin bei einem niedergelassenen Haus- oder Facharzt. docdirekt ist für gesetzlich krankenversicherte Patienten kostenfrei; die Krankenkassen übernehmen – wie bei jedem anderen Arztbesuch auch – das Honorar für den Arzt. Privatversicherte können hingegen den Service von Docdirekt nicht nutzen.

Momentan ist die Verordnung von Arzneimitteln wegen fehlender gesetzlicher Rahmenbedingungen und technischer Umsetzung elektronisch noch nicht möglich. Dieses wichtige Element für die Fernbehandlung soll ab Frühjahr 2019 für gesetzlich Versicherte in Baden-Württemberg erprobt werden. Das Ministerium für Soziales und Integration fördert mit rund einer Million Euro das vom Landesapothekerverband in Baden-Württemberg (LAV) initiierte Projekt „Gerda – Geschützter E-Rezept Dienst der Apotheken“, das auf Docdirekt aufsetzt.

Wie der LAV dazu mitteilt, ist „Gerda“ auf einem guten Weg. „Wir liegen gut im Zeitplan. Nach derzeitigem Stand werden wir in der ersten Jahreshälfte 2019 in den Testbetrieb gehen können“, erklärt Ina Hofferberth, LAV-Geschäftsführerin. Allerdings könne Gerda im ersten Schritt nicht landesweit zur Verfügung stehen. „Genau wie die Ärzte ihr System erst einmal testen mussten, müssen wir das auch. Wir müssen erst in kleinerem Maßstab Erfahrungen mit unseren Entwicklungen sammeln, bevor wir das ganze Bundesland technologisch ausrüsten“, so Hofferberth. Neben der technischen Entwicklung erfordere Gerda im Vorfeld umfangreiche rechtliche und auch gesetzliche Klärungen, denn alle derzeit in Deutschland geltenden Bestimmungen zur Arzneimittelversorgung seien noch nicht auf die Ausstellung elektronischer Rezepte abgestimmt:„Das ist sicher ein Faktor, der den Zeitplan ins Wanken bringen könnte.“

Einen Schritt weiter als Docdirekt ist in Baden-Württemberg bereits die Teleclinic: In einem Modellprojekt ebenfalls mit der KV genehmigte Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) bereits das Ausstellen von Rezepten im Zuge telemedizinischer Behandlungen – allerdings nur für Privatpatienten.

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