Ein E-Rezept namens Gerda

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Berlin - Im Rahmen der ABDA-E-Rezept-Initiative entwickelt jetzt auch die Apothekerschaft in Baden-Württemberg ein eigenes Konzept: Mit „Gerda“ – „Geschützter e-Rezept Dienst der Apotheken“ – gehen Kammer und Verband im Ländle gemeinsam an den Start. Unterstützt wird Gerda vom Landessozialministerium und soll in das laufende Modellprojekt „docdirekt“ eingebunden werden.

Ende August 2018 entschied das Ministerium laut gemeinsamer Mitteilung von Landesapothekerverband und Landesapothekerkammer, Gerda in seiner Umsetzung finanziell zu fördern. Dafür soll eine Millionen Euro bereit gestellt werden. „Mit dieser Zusage können die Arbeiten am Projekt nun unverzüglich beginnen. Als Technologie- und Kooperationspartner der Apothekerinstitutionen wurde die NGDA – Netzgesellschaft Deutscher Apotheker mbH ausgewählt“, so die Mitteilung.

Das Projekt Gerda soll technisch gesehen als „geschützter Rezeptspeicher“ entwickelt werden. Durch definierte Schnittstellen sollen Ärzte ein verschlüsseltes Rezept in diesen Speicher ablegen können. Der Patient behält die Hoheit über dieses Rezept und kann frei entscheiden, in welcher Apotheke er das Rezept einlösen will. Hierfür kann er entweder eine Apotheke seiner Wahl aufsuchen und diese beauftragen, das Rezept vom Rezeptspeicher zu beziehen. Oder er verwendet einen Dienst der Leistungserbringer oder eines Drittanbieters, beispielsweise in Form einer App oder einer Desktopanwendung, um das Rezept weiterzuleiten. Das durch die Apothekerorganisationen gemeinschaftlich eingereichte Konzept sehe dabei einen diskriminierungsfreien Zugang vor, der es auch Drittanbietern ermögliche, E-Rezepte aus Gerda heraus betreiben.

Zugeschnitten wird Gerda der Mitteilung zufolge im ersten Schritt auf das telemedizinische Modellprojekt „docdirekt“ der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, in dem auch ein erster Testlauf erfolgen soll. Als Betreiber des Systems treten die Standesorganisationen dabei selbst auf. Wenn langfristig das E-Rezept zum Standard auch außerhalb rein telemedizinischer Anwendungen werde, ließe sich Gerda aber auch bundesweit übertragen. Ziel sei es, Gerda als zukünftigen Standard bei der bundesweiten Bearbeitung elektronischer Rezepte zu etablieren.

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