AMG-Novelle

ABDA: E-Rezept „letzte digitale Meile“ für Apotheken

, Uhr
Berlin -

Die ABDA hat die die Pläne von Jens Spahn zur Einführung des E-Rezepts ab 2020 begrüßt: „Wir haben dem Bundesgesundheitsminister bereits im Sommer ein Konzept unterbreitet, wie wir uns die Einführung einer elektronischen Verordnung vorstellen. Wir wollen hier federführend unsere Expertise einbringen“, so ABDA-Friedemann Schmidt. Spahn hatte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erneut angekündigt, zum E-Rezept in Kürze einen Gesetzentwurf zu präsentieren.

Aus ABDA-Sicht ist beim E-Rezept besonders wichtig, „dass der Patient der Herr seiner Daten bleibt und weiterhin die freie Apothekerwahl hat“, so Schmidt. Zugleich müssten die Prozesse zwischen Ärzten, Apothekern und Krankenkassen auf Basis der Telematik-Infrastruktur (TI) eindeutig festgelegt werden. Die Apothekerschaft stelle einige Forderungen an E-Rezepte. Schmidt: „Das E-Rezept darf kein Handelsobjekt werden, deshalb muss zum Beispiel das Makeln damit verboten werden. Außerdem muss auch in der digitalen Welt das Zuweisungsverbot Bestand haben. Die Entscheidungshoheit des Patienten, welche Apotheke sein Rezept beliefern soll und wo er sich beraten lassen will, muss erhalten bleiben.“

Digitalisierte Arbeitsabläufe seien in den Apotheken längst selbstverständlich. Schmidt: „Sobald Apotheker das Papierrezept in Händen halten, sind alle danach folgenden Prozesse wie zum Beispiel die Auswahl des passenden Rabattarzneimittels, die Warenbestellung oder die Abrechnung komplett digitalisiert. Für uns ist das E-Rezept nur die letzte digitale Meile, die noch zu überbrücken ist.“

Laut FAZ-Bericht sollen Ärzte nicht nur per Videosprechstunde Patienten beraten, sondern bald auch Arzneimittelrezepte digital ausfertigen können. Das sehe eine Gesetzesänderung vor, die Spahn vorbereite und die spätestens 2020 greifen soll. „Erst das elektronische Rezept macht Telemedizin zu einem Erfolgsprojekt“, sagte Spahn dem Blatt. Deswegen schaffe er nun den Rahmen, damit Patienten künftig auch dann Medikamente verschrieben werden könnten, wenn sie nur eine Videosprechstunde besuchten. „Die Telemedizin spart Ärzten und Patienten Zeit und Wege – vor allem auf dem Land und außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Fragenkatalog der Professoren
Biontech gibt Antworten»
Zulassung für Corona-Medikament
EMA empfiehlt Paxlovid»
Bestellung ab kommender Woche möglich
Abda: Apotheken impfen ab 8. Februar»
162 Millionen Impfungen, 205 Millionen Impfnachweise
Zertifikate-Chaos: Erfahrung aus dem HV»