Arzneimittelversorgung

Brexit trifft Versandapotheken Tobias Lau, 25.10.2018 16:12 Uhr

Berlin - Im immer wahrscheinlicher werdenden Fall eines ungeregelten Brexits würden britische Versandapotheken über Nacht nicht mehr auf das Festland liefern dürfen. Das hat die Bundesregierung jetzt auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion bestätigt. Eine Auswirkung auf die Versorgungssicherheit habe das nicht. Auch sonst sieht die Bundesregierung nach eigenen Angaben keine Gefahr, dass es nach einem harten Brexit zu Versorgungsproblemen bei Arzneimitteln kommen könnte.

Kommt es zu einem harten Brexit, ist das hierzulande das vorläufige Aus für Arzneimittelversender aus Großbritannien. „Sofern keine entsprechenden Vereinbarungen im Rahmen der Brexitverhandlungen geschlossen werden, wird ein Versand von Arzneimitteln durch im Vereinigten Königreich ansässige Versandapotheken nach Deutschland nicht mehr zulässig sein“, so die Bundesregierung. Großbritannien ist Sitz einer ganzen Reihe an Versandapotheken, die größte und älteste unter ihnen ist die 1999 gegründete Pharmacy2U.

Tatsächlich aber haben alle hierzulande wesentlichen Versender ihren Hauptsitz diesseits des Ärmelkanals – obwohl Großbritannien neben Island, Schweden, den Niederlanden und Tschechien auf der Länderliste des Bundesgesundheitsministeriums steht. Direkt betroffen wäre hingegen DrEd: Eine Verlagerung des Firmensitzes in die EU wäre hier notwendig, wenn der Telemedizin-Anbieter seine Dienste hierzulande noch anbieten will – bereits seit Frühjahr waren derartige Erwägungen dort auf dem Tisch.

Wie viele Versandapotheken es überhaupt gibt, die aus Großbritannien nach Deutschland versenden, weiß die Bundesregierung nach eigenen Angaben selbst nicht. „Relevante Auswirkungen auf die Versorgungssituation der Verbraucher“, nach denen die FDP gefragt hatte, sieht sie zumindest nicht. Es gebe derzeit „keine konkreten Hinweise darauf, dass der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union in Deutschland zu unüberbrückbaren Problemen in der Versorgung mit Arzneimitteln führen wird“, zeigt sich die Regierung zuversichtlich.

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