Ampel: „Größere Veränderungen für Apothekerschaft“

, Uhr

Berlin - Michael Hennrich wird künftig nicht mehr gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag sein. Sein Direktmandat hat er zwar verteidigt, aber: „Ich glaube, wir sind gut beraten, wenn wir da jungen Leuten eine Perspektive geben“, so der 56-Jährige. Ob künftig mit oder ohne CDU/CSU regiert wird, ist komplett offen – für die Apothekerschaft könnte der Unterschied zwischen Ampel oder Jamaika aber grundlegend werden. Denn anders als SPD, Grüne und FDP halte die Union an den Grundsätzen des Apothekenwesens fest, so Hennrich.

Hennrich hat es im Gegensatz zu vielen anderen Gesundheitspolitikern geschafft: Zwar musste er in seinem Wahlkreis im baden-württembergischen Nürtingen Verluste von über 9 Prozentpunkten hinnehmen, mit knapp über 30 Prozent der Erststimmen hat er aber dennoch den Einzug in den Bundestag geschafft. Dort wird er sich aber anders als bisher mit der Rolle eines einfachen Abgeordneten begnügen. „Ich werde nicht gesundheitspolitischer Sprecher bleiben“, so Hennrich. „Ich habe da keine Ambitionen, sondern will zurück ins Glied und glaube, dass wir gut beraten sind, da Jüngeren eine Perspektive zu geben.“

Vielleicht bleibe er wie bisher Obmann für den Gesundheitsausschuss des Bundestages, aber auch das sei längst noch nicht entschieden. Denn die Union müsse sich nun erst einmal ordnen: „Das ist eine Hauptaufgabe der CDU. Wir müssen uns generell neu sortieren.“ Auch in der Gesundheitspolitik hat die nun deutlich kleinere Fraktion wichtiges Personal verloren, darunter Roy Kühne, Claudia Schmidtke und Alexander Krauß. Es sei nun an der Zeit, sich neu aufzustellen, die Partei zu verjüngen und die Gründe für das Wahlergebnis zu analysieren.

Zum Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl nimmt Hennrich kein Blatt vor den Mund. „Es ist eine derbe Klatsche, das kann man so sagen“, so der Baden-Württemberger. „Es war die erwartet schwierige Wahl für die CDU, eine Niederlage mit Ansage, die man sehenden Auges in Kauf genommen hat.“ Dennoch: Das heißt noch nicht automatisch, dass die Union in die Opposition geht. So wie Parteichef Armin Laschet noch am Sonntagabend auf die weiterhin bestehende Möglichkeit zur Koalitionsbildung gepocht hat, will auch Hennrich die Macht noch nicht verloren geben. „Die Regierungsfindung ist noch sehr offen“, sagt er. „Es gibt meines Erachtens für niemanden einen klaren Auftrag, dazu sind die Ergebnisse zu knapp. Eine Perspektive gibt es deshalb und am Ende wird es sich an der Sache entscheiden.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres
US-Staatsanwälte schreiben an Zuckerberg
Facebooks Umgang mit Impfgegnern»
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»