Medizintechnik

Gedruckte Tabletten sind Realität APOTHEKE ADHOC, 05.04.2016 08:13 Uhr

Berlin - Die erste Tablette aus dem 3D-Drucker ist auf dem Weg in die Apotheken. Der US-Hersteller Aprecia meldet jetzt, dass das von der FDA zugelassene Antiepileptikum Spritam (Levetiracetam) ab sofort in den USA verfügbar ist. Die durch den 3D-Druck neu entwickelte Galenik hat nicht nur pharmakokinetische Vorteile, sondern könnte die Arzneimittelversorgung revolutionieren. Das Unternehmen plant, zukünftig noch weitere Medikamente mit gleicher Technik zu produzieren.

Bereits im August 2015 hatte Aprecia die FDA-Zulassung erhalten. Das Präparat ist ein klassisches Generikum, das per Bioäquivalenznachweis zugelassen wurde, und kommt in gängigen Dosierungen von 250, 500, 750 und 1000 Milligramm. Zur Herstellung setzt Aprecia allerdings erstmalig einen 3D-Drucker ein. Das Gerät aus dem Hause Zcorp fertigt das Arzneimittel mithilfe der sogenannten ZipDose-Technologie, bei der die Tablette in mehreren Lagen aufgebaut wird. Die Schichten werden mittels einer Flüssigkeit verbunden. Der Wirkstoff kann laut Hersteller genauer und individueller dosiert werden als bei Arzneimitteln, die mittels Tablettenpresse hergestellt werden.

Die Wirkung des Produktes ändert sich durch das Herstellungsverfahren nicht, so der Hersteller. Weil aber die physikalische Struktur der Tablette beeinflusst werden kann, lässt sich laut Aprecia auch die Resorption besser steuern. Tabletten aus dem 3D-Drucker könnten mit einer poröseren Oberfläche versehen werden, was zu einer deutlich schnelleren und besseren Resorption des Wirkstoffs führen könne. Durch den 3D-Druck können die Tabletten bei schnellerer Lösbarkeit außerdem mit mehr Wirkstoff zu beladen. So könnten auch ältere Patienten mit Schluckbeschwerden größere Dosen des Wirkstoffs ohne Probleme zu sich nehmen.

Die Entwicklung von Spritam ist daher ein weiterer Schritt hin zur Personalisierung in der Arzneimitteltherapie, so Experten. Dosierungen könnten maßgeschneidert werden, je nach Zustand des Patienten und der Empfehlung des Arztes. Es könnte zukünftig sogar möglich werden, die 3D-Pillen nach Bedarf aus ihren pharmakologischen Komponenten zusammenzusetzen und direkt vor Ort in der Apotheke zu drucken, so die Ansicht der Entwickler. Aprecia selbst hat nach eigenen Angaben noch drei weitere Produkte in der Pipeline, die mittels 3D-Druck hergestellt werden sollen. Alle sind zur Behandlung von Erkrankungen des Zentralnervensystems vorgesehen.

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