Antidiabetika

Forxiga gegen Herzinsuffizienz?

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Berlin -

Der SGLT-2-Hemmer Dapagliflozin – bekannt aus Forxiga (AstraZeneca) – könnte möglicherweise in Zukunft nicht nur als Antidiabetikum, sondern auch als wirksames Mittel gegen Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Eine Studie liefert erste Hinweise: Die detaillierten Ergebnisse sollen beim europäischen Kardiologenkongress Anfang September in Paris vorgestellt werden.

In der Phase-3-Studie „DAPA-HF“ hat das Antidiabetikum den primären, kombinierten Endpunkt erreicht: Die Therapie mit dem SGLT-2-Hemmer zusätzlich zur Standardtherapie konnte in der Studie das Risiko für kardiovaskulär bedingten Tod oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz signifikant senken. Dies gilt für Patienten mit und ohne Diabetes. DAPA-HF ist die erste Studie, die einen SGLT-2-Inhibitor zur Behandlung der Herzinsuffizienz zusätzlich zur Standardtherapie mit beispielsweise ACE-Hemmern, Sartanen oder Betablockern – unabhängig vom Vorhandensein eines Typ-2-Diabetes – getestet hat.

Die internationale, randomisierte, doppelblinde Studie umfasste knapp 5000 Patienten mit Herzinsuffizienz im Stadium II bis IV und reduzierter Ejektionsfraktion. Sie erhielten randomisiert 10 mg Dapagliflozin einmal täglich oder Placebo. Ausschlusskriterien waren eine fortgeschrittene Niereninsuffizienz oder ein Typ-1-Diabetes. Unter den Teilnehmern hatten 42 Prozent einen bekannten Typ-2-Diabetes, bei 3 Prozent wurde er bei Studieneinschluss neu diagnostiziert. Von den übrigen Patienten wurden 67 Prozent als „Prädiabetiker“ klassifiziert, 33 Prozent hatten einen normalen HbA1c-Wert.

Auffällig war, dass die Teilnehmer mit Diabetes meist eine stärker ausgeprägte Herzinsuffizienz hatten als Patienten ohne Diabetes. Der kombinierte, primäre Studienendpunkt war definiert als Zeit bis zum ersten Auftreten eines kardiovaskulär bedingten Todes oder einer Hospitalisierung beziehungsweise eines notfallmäßigen Arztkontaktes wegen Herzinsuffizienz.

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