Schmerztherapie: End-of-dose Failure vermeiden

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Berlin - Innerhalb der Schmerztherapie von Tumorpatienten werden Opiode der Stufe 3 zur Analgesie empfohlen. Hierzu gehören beispielsweise Morphin, Hydromorphon und Oxycodon. Nicht alle Präparate wirken bei allen Patienten gleich gut. Die individuelle Patientenbetrachtung kann sogenannte End-of-dose Failures vermeiden. 24-Stunden-Optionen stellen häufig eine gute Möglichkeit dar, dem Patienten dauerhafte Schmerzfreiheit zu ermöglichen.

Innerhalb der aktuell noch geltenden S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung“ sollen bei Patienten mit mittleren bis starken Tumorschmerzen Stufe-III-Opioide verwendet werden. Hierzu gehören die Wirkstoffe Morphin, Hydromorphon, Oxycodon, Buprenorphin und Fentanyl. Eine Kombination nieder- und hochpotenter Opioidanalgetika wird aufgrund von antagonistischen Wirkmechanismen nicht empfohlen. Reicht ein Wirkstoff der Klasse-III zum Erreichen der Schmerzfreiheit nicht aus, so sollte zunächst der Wechsel der Darreichungsform in Betracht gezogen werden. Viele Patienten profitieren von einer einmal täglich einzunehmenden Formulierung. In einigen Fällen kann die zusätzliche Gabe von nicht-opioiden Analgetika oder anderen Adjuvantien die Schmerzen weiter reduzieren. In der Praxis zeigt sich, dass einige Personen von der Gabe von Antidepressiva oder Antikonvulsiva profitieren können.

Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) zeigt, dass rund die Hälfte aller Tumorpatienten NSAID als Begleittherapie erhält. Mehr als ein Drittel erhält zu einem Wirkstoff der Stufe III noch einen Wirkstoff der Stufe II. Dieses Vorgehen entspricht nicht der gültigen Leitlinie. Auch Antidepressiva und Antikonvulsiva stehen bei ungefähr einem Drittel der Patienten auf dem Medikationsplan.

Das die Galenik, der ausgewählte Wirkstoff und der regelmäßige Kontakt zum Patienten großen Einfluss auf die Schmerzfreiheit hat erklärte Dr. med. Johannes Horlemann, Spezialist für Schmerz- und Palliativmedizin, innerhalb eines Pressegespräches der Firma Aristo. Er bemängelt, dass nicht alle Patienten eine ausreichende Analgesie im Rahmen der Tumortherapie erfahren. Beim Thema Wirkstoff sind nicht alle Opiode der Stufe III gleich gut für alle Patienten geeignet. Insbesondere multimorbide, geriatrische Patienten mit zahlreichen Co-Medikationen sollten vornehmlich Hydromorphon erhalten. Dieser Wirkstoff ist – ohne Dosisreduktion – auch bei eingeschränkter Nierenfunktion sehr gut geeignet. Darüber hinaus unterliegt Hydromoprhon, anders als die restlichen Arzneistoffe der Stufe III, nicht einer CYP P450 Metabolisierung. Hydromoprhon weist darüber hinaus eine relativ geringe Plasmaeiweißbindung von 8 Prozent auf.

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