Neue Leitlinie für Nicht-Tumorschmerzen

Opiode bei Parkinson und Restless-Leg-Syndrom Alexandra Negt, 08.06.2020 14:34 Uhr

Berlin - Wirkstoffe aus der Gruppe der Opioide werden immer häufiger auch bei nicht-tumorbedingten Schmerzen eingesetzt. Neben einem Einsatz bei postoperativen Schmerzen werden Tramadol & Co. auch bei traumatischer Trigeminusneuropathie und Endometriose eingesetzt. Fachgesellschaften haben deshalb die S3-Leitlinie zur Langzeitanwendung von Opioiden überarbeitet und neue Indikationen mit aufgenommen.

Opioide gehören zu den starken Schmerzmitteln, wirken zentral und wurden jahrelang fast ausschließlich bei Tumorschmerzen eingesetzt. Das hat sich geändert: Immer mehr Ärzte verschreiben Wirkstoffe wie Tramadol, Oxycodon und Fentanyl auch bei anderen Indikationen. Mittlerweile ist der Anteil der Opiod-Verordnungen für Nicht-Tumorschmerzen höher als der Anteil, der innerhalb einer Krebstherapie verordnet wird – er liegt bei rund 70 Prozent, so die Deutschen Schmerzgesellschaft. Von diesem Anteil erhalten 1 Prozent der Patienten die Medikamente langfristig. Als langfristig ist eine mindestens dreimalige Verordnung eines Opiodes innerhalb eines Jahres zu verstehen.

Neue Indikationen

Da sich das Verschreibungsverhalten der Ärzte nicht mehr mit dem Inhalt der Leitlinie deckt, wurde diese überarbeitet und insbesondere in den Indikationen angepasst. So wurden beispielsweise zwei Indikationen neu aufgenommen: Restless-Leg-Syndrom und Parkinson-Syndrom. Hierunter sind mehrere Formen zusammengefasst, darunter auch Morbus Parkinson, auch idiopathisches Parkinson-Syndrom genannt. Sekundäre Parkinson-Syndrome können auch tumorbedingt entstehen. Ebenfalls neu mit aufgenommen wurde eine Empfehlung zum Stellenwert einer intrathekalen Opioidtherapie mit Praxiswerkzeug.

Konsensbasierte Indikationen

Zu den neuen konsensbasierten Indikationen gehören die traumatische Trigeminusneuropathie und chronische Unterbauchschmerzen bei der Frau, sofern ausgeprägte Verwachsungen oder eine multilokuläre Endometriose vorliegen. Die Erkrankung ist relativ häufig, Schätzungen zufolge leiden 6 bis 10 Prozent der gebärfähigen weiblichen Bevölkerung unter verschiedenen Schweregraden der Endometriose. Das Krankheitsbild kann je nach Ausprägung sehr schmerzhaft sein und ist mitunter mit Operationen und Gewebsentfernungen verbunden.

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