Tabuthemen: Blankziehen in der Apotheke

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In der aktuellen Folge des Podcasts NUR MAL SO ZUM WISSEN geht es um Tabuthemen, peinliche Momente und Scham in der Apotheke.

Berlin - Tabuthemen – in der Apotheke gibt es viele davon und gleichzeitig keine. Hier werden viele vermeintlich peinliche Dinge besprochen: Beschwerden, die den Betroffenen unangenehm sind, intime Angelegenheiten wie Verhütungspannen oder Potenzprobleme, persönliche Ängste und private Schicksalsschläge. Für die Patienten und Kunden fühlt sich das oft komisch an, doch wie geht es eigentlich den Apothekern und PTA dabei? Über Scham und Tabus geht es in der neuen Folge NUR MAL SO ZUM WISSEN.

Apotheker:innen und PTA haben im Rahmen einer aposcope-Befragung ihre eigenen peinlichsten Momente in der Apotheke beschrieben. Einer davon: Eine korpulente Kundin bleibt nach dem Blutdruckmessen im Stuhl stecken. Beim Versuch, sich daraus zu befreien, entflieht ihr lautstark ein Pups. Die Apothekerin kommentiert das mit „Hopperla.“ Augenzwinkernd und mit Humor gelöst – für ADHOC-Herausgeber Thomas Bellartz genau die richtige Reaktion. Auf diese Weise lasse sich Scham oft auflösen.

Natürlich gehe es darum, mit der betroffenen Person zu lachen und sich nicht über die Situation lustig zu machen, ergänzt Müller. Die besondere Situation alltäglich machen und dem Gegenüber vermitteln, dass er oder sie sich in professionellen Händen befindet und in diesem geschützten Raum nichts peinlich sein muss.

Es gibt aber auch Fälle von Grenzüberschreitung seitens des Kunden, die ihre Beschwerden live oder als Foto ungefragt präsentieren. Auch darauf müssen die Apothekenteams zu reagieren wissen. Den meisten hilft ein maximal professioneller Umgang damit. Aber wenn die eigene Emotion zu stark ist, ist es genauso legitim, sich Hilfe bei einem Kollegen oder einer Kollegin zu holen.

„Das Problem ist natürlich bei Tabus oder bei Schamgrenzen, gerade in der Gesundheitsversorgung, in der Apotheke, in der Arztpraxis, kann es passieren kann, dass Themen nicht besprochen werden, obwohl es nötig wäre. Da bedarf es einer guten Kommunikation auf beiden Seiten: Die Patienten, die ihre eigene Überforderung ansprechen müssen und auf der anderen Apothekenteams, die einfach offen sind – auch wenn mal eine kleine Grenzüberschreitung droht“, so Bellartz.

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