Pfusch-Apotheker droht Mordprozess

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Berlin -

Die juristische Aufarbeitung des Bottroper Zyto-Skandals könnte bald in die nächste Runde gehen. Laut Bild-Zeitung droht dem verurteilten Zyto-Apotheker Peter Stadtmann ein Prozess wegen Mordes. Ein von der Nebenklage beauftragtes Gutachten sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Gericht ihn wegen versuchten Mordes hätte verurteilen müssen.

Es war der größte Apothekenskandal der deutschen Geschichte: Über mindestens fünf Jahre hatte Stadtmann als Inhaber der Alten Apotheke in Bottrop Sterilrezepturen für schwer kranke Patienten gestreckt, um sich, wie es im Urteil gegen ihn heißt, „selbst ein Luxusleben zu finanzieren und sich in seiner Heimatstadt als Gönner und Wohltäter aufzuspielen“. Verurteilt wurde er zu zwölf Jahren Haft wegen Betrugs in 59 Fällen und vorsätzlichen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz (AMG) in rund 14.500 Fällen. Außerdem erhielt er ein lebenslanges Berufsverbot. Der Fall geht jetzt zum Bundesgerichtshof (BGH).

Für Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit – also Körperverletzung, Totschlag oder Mord – wurde er hingegen nicht verurteilt. „Die Kammer konnte insoweit keine hinreichenden Feststellungen mit dem für eine Verurteilung erforderlichen Grad an Wahrscheinlichkeit treffen“, heißt es dazu in der Urteilsbegründung.

Viele der Betroffenen und Angehörigen wollen sich damit nicht zufrieden geben und haben die Juristin Dr. Frauke Rostalski mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Rostalski ist Expertin für Strafrecht. Sie ist Jura-Professorin an der Universität Köln und forscht dort schwerpunktmäßig zu dessen Grundlagen, in ihrer Habilitation befasste sie sich mit dem Tatbegriff im Strafrecht.

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