Nahrungsergänzung

Warentest rät zu Billig-Vitaminen

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Berlin -

Stiftung Warentest empfiehlt die Einnahme von Vitamin D nur für Risikogruppen. Dazu zählen unter anderem Babys, Senioren und Kranke. Verbrauchern wird auch zu Nahrungsergänzungs- statt Arzneimitteln geraten, da sie günstiger und ähnlich zu dosieren seien. Ein Arzt sollte vor der Einnahme aber konsultiert werden, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „test“.

Warentest hält Vitamin D für Risikogruppen geeignet, um vorzubeugen oder einen Mangel zu behandeln. Auch Kalzium sei sinnvoll. In dem Artikel werden zwar preiswerte Produkte empfohlen, aber trotzdem Präparate wie Vitamin D3 von Hevert, Vitagamma Vitamin D3 von Wörwag, Dekristol von Mibe und Vigantoletten von Merck genannt. In Kombination mit Kalzium raten die Tester zu den Präparaten Calcium D3 von Aliud, Acis und Betapharm.

Die Zeitschrift rät – anders als noch 2008 – zu Nahrungsergänzung für Kinder. Babys sollten das Vitamin zusätzlich erhalten. „Sie dürfen nicht direkt in die Sonne und bekommen über ihre Nahrung kaum Vitamin D.“ Ärzte empfehlen laut Warentest die Nahrungsergänzung im ersten Lebensjahr und auch noch im zweiten Winter. Niemand sollte aber Vitamin D auf Verdacht einnehmen.

Auch Pflegeheimbewohner oder vollverschleierte Frauen, also Personen mit sehr wenig Sonnenkontakt, sowie dunkelhäutige Menschen in unseren Breitengraden, zählen demnach zu den Risikogruppen. Vitamin-D-Präparate seien zudem für Menschen mit Vorerkrankungen wie Osteoporose oder Anwender von Kortison angebracht.

Die übliche Tagesdosis für Säuglinge beträgt demnach 400 bis 500 internationale Einheiten (IE), was 10 bis 12,5 Mikorgramm entspricht. Präparate für Erwachsene enthielten oft das Doppelte der Menge. In größeren Mengen eingenommen, könnten Nebenwirkungen wie Nierensteine entstehen.

Einen Bluttest erstatten Krankenkassen nur bei begründetem Verdacht auf einen Mangel, heißt es. Der Test kostet demnach zwischen 20 und 30 Euro. Die Präparate selbst würden nur in Ausnahmefällen gezahlt.

Für den Bericht wurden laut Warentest verschiedene Studien analysiert. Nach derzeitigem Kenntnisstand schützten Vitamin-D-Präparate nur bedingt vor Krankheiten, heißt es mit Bezug auf eine Metastudie, bei der Wissenschaftler 40 klinische Studien ausgewertet hatten. Die Autoren kommen zu dem Urteil, dass Studien die Hoffnung nicht stützten, Vitamin-D-Pillen würden Krankheiten vorbeugen.

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