Aufklärungsarbeit mit Humor

Fontane-Apotheke: Cannabis-Comics im Schaufenster

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Berlin -

Medizinische Cannabisprodukte sind weiter in aller Munde. Das Interesse von Verbrauchern und Patienten ist groß, das Wissen aber klein. Die Fontane-Apotheke in Ludwigsfelde geht einen unkonventionellen Weg, um Aufklärungsarbeit zu leisten: Mit einer kleinen Comic-Ausstellung im Schaufenster will sie Kunden in die Offizin locken und bei der Aufklärung zum Thema helfen.

THC, CBD, CBG, CBM: Es ist verwirrend, selbst für viele Pharmazeuten – und erst recht für interessierte Laien. Der Hype um Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel mit Wirkstoffen aus der Cannabispflanze hält an. Er hat viele dubiose Anbieter in den Markt gespült, die teils mit zweifelhaften Versprechen und Behauptungen werben. „Bei manchen Werbungen fragt man sich, wer das rechtlich und wissenschaftliche geprüft haben soll“, sagt Inhaber Andreas Wendorff. „Das ist mir ein Dorn im Auge, deshalb wollen wir da aufklären und zeigen, dass es auch Produkte mit wissenschaftlicher Evidenz gibt.“

Doch wie das so ist, für die meisten Verbraucher ist Wissenschaft eine trockene Materie. Deshalb haben sich Wendorff und sein Vater – Dr. Dieter Wendorff, ebenfalls Apotheker und vorheriger Inhaber der Fontane-Apotheke, etwas ausgedacht. „Mein Vater ist seit sieben Jahren im Ruhestand, er ist aber nicht ruhig, sondern sucht sich immer wieder neue Aufgaben“, erklärt er. Vor allem für die Kunst hat er dabei einen Faible, den er regelmäßig auslebt, zuletzt im vergangenen Jahr zum Fontane-Jubiläum, aber auch schon zu anderen pharmazeutischen Themen wie Giftpflanzen.

Also malte Wendorff Senior eine kleine Reihe von Comics, um damit das Schaufenster der Apotheke zu schmücken. „Ich rauch den Knaster wie vor tausend Jahren“, sagt ein Bauer mit Pfeife und Cannabis-Staude in der Hand auf einem der Bilder – ein Verwies darauf, dass Cannabis eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt ist. „Lustig gemeinte Bilder funktionieren nun mal besser als Türöffner als wissenschaftlich korrekte Studien“, sagt Wendorff Junior. „Es ist eine künstlerisch eher einfache Darstellungsform, die die Kunden aber animieren soll, uns als Fachleute für Cannabis anzusprechen.“

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