Pharmakonzerne

Erster Originator bei Pro Biosimilars

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Berlin -

Die Hersteller biotechnologisch hergestellter Nachahmerprodukte haben sich in der Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars zusammengeschlossen. Neues Mitglied ist seit März Biogen.

Pro Biosimilars vertritt die Interessen der Hersteller biotechnologisch hergestellter Produkte, deren Patentschutz abgelaufen ist. Da die Wirkstoffe wegen des Produktionsverfahrens nicht identisch zum Original sind, wird nicht von Generika gesprochen.

Neues Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft, die zum Branchenverband Pro Generika gehört, ist seit März Biogen. Der US-Konzern hat sich mit Avonex, Tecfidera, Fampyra, Tysabri und Plegridy auf Medikamente zur Behandlung von Multipler Sklerose spezialisiert. Zum Portfolio gehören aber auch Biosimilars zur Therapie immunologischer Erkrankungen: Flixabi (Infliximab) ist ein Konkurrenzprodukt zu Remicade (Janssen).

Der Arbeitsgemeinschaft gehören außerdem Cinfa Biotech, Gedeon Richter, Hexal, Mylan dura, Ratiopharm/Teva sowie Stada an. Pro Biosimilars setzt sich für faire und nachhaltige Wettbewerbsbedingungen für die biotechnologisch hergestellten Produkte ein. Gefordert werden Zielvereinbarungen zwischen Krankenkassen und Ärzten bezüglich der Verordnung der Nachahmerprodukte. Ziel sei es, Biosimilars schneller in die Versorgung gelangen zu lassen, so Geschäftsführer Bork Bretthauer.

Je nach Wirkstoff schwanken die Verordnungsquoten deutlich: Während bei Infliximab 29 Prozent aller Tagestherapiedosen (DDD) als Biosimilar verordnet werden, sind es bei Follitropin alfa nur 13 Prozent. Bei Etanercept und Insulin liegt die Quoten sogar jeweils nur unter 3 Prozent.

Stärker durchgesetzt haben sich Biosimilars bei Epoetin (40 Prozent), Filgrastim (73 Prozent) und Somatotropin (15 Prozent). Hier sind die Kopien bereits seit Jahren auf dem Markt.

„Sind Ärzte gut über Biosimilars informiert, verwenden sie sie auch häufiger anstelle eines teureren Originals“, argumentiert Bretthauer. Für 2016 meldete Pro Biosimilars einen Anstieg der Verordnungen um etwa 62 Prozent auf 504.000.

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