Douglas-Chefin: Online-Apotheke als Ergänzung

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Berlin -

Douglas will mehr als eine Parfümerie sein und den Onlineauftritt weiter zu einer Plattform für verschiedene Produkte entwickeln. Unternehmenschefin Tina Müller hat dabei auch das Thema Gesundheit im Visier. Eine Online-Apotheke sei eine sinnvolle Ergänzung, sagte sie in einem Interview mit der Zeitschrift Focus.

Douglas arbeitet seit längerem mit Partnern zusammen. Im Apothekenbereich war dies zunächst Apo-Rot beziehungsweise DocMorris. Seit dem Aus der Marke steht Eurapon an dieser Stelle und ist der neue Partner der Parfümeriekette. Auf die Frage, ob Douglas als Online-Apotheke denkbar sei, sagte Müller: „Douglas wird sich zu einer Beauty- und Gesundheitsplattform entwickeln, und da kann eine Online-Apotheke eine sinnvolle Ergänzung sein, denn Schönheit und Gesundheit wachsen immer stärker zusammen.“

Die „Partnerprodukte“ wie etwa Nahrungsergänzungsmittel oder Dermokosmetik aus der Apotheke werden demnach in einer separaten Lieferung direkt verschickt. Dadurch entstünden keine zusätzlichen Kosten, der Kunde kaufe weiterhin wie gewohnt bei douglas.de ein. Wer Eurapon-Produkte bestellt, erhält ab einem Einkaufswert von 24,95 Euro kostenlosen Versand. Retouren sind kostenfrei. Ansprechpartner ist der Douglas-Kundenservice.

Über den Online-Shop verkauft Douglas aber auch selbst Ware aus dem Graumarkt, wie etwa die apothekenexklusive Kosmetikmarke Eucerin von Beiersdorf. Auf der anderen Seite erklärt Müller im Interview, dass sie kein Amazon für Kosmetik für Douglas im Sinn habe und verweist auf Lücken des US-Konzerns. Gerade Luxusmarken fühlten sich auf Amazon weiterhin nicht wohl und verböten den Verkauf dort auch strikt, sagt sie. „Wenn Sie dort ein Parfüm von Chanel oder Dior finden, ist es wahrscheinlich entweder eine Fäl- schung oder kommt vom Graumarkt. Beides wird von den Marken hart bekämpft. Und das ist ja auch gut für Unternehmen wie uns.“

Generell darf man Müller zufolge die Augen vor strukturellen Veränderungen im Markt nicht verschließen. „Die Verkäufe verschieben sich immer weiter ins Internet. Schauen Sie: 70 Prozent unserer E-Commerce-Verkäufe werden heute schon übers Smartphone abgewickelt.“ Trotzdem habe man viele Ideen für den stationären Handel. „Da liegen immer noch unsere Wurzeln.“ Douglas plant, 500 von europaweit 2400 Filialen zu schließen.

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