Douglas und Disapo? Kein Kommentar

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Berlin -

Douglas will sich laut einem Bericht des Manager Magazins bei einer Versandapotheke einkaufen. Dabei soll es sich um den niederländischen Versender Disapo handeln. Beide Unternehmen wollen den Bericht nicht kommentieren – ein Dementi gibt es auf Nachfrage aber nicht.

Douglas machte bisher kein Geheimnis aus seinem Interesse an Produkten aus der Apotheke. Im Onlineshop der Parfümeriekette werden seit Jahren apothekenexklusive Produkte verkauft. Es gibt Partnerschaften mit Eurapon/DocMorris (vormals Apo-Rot) für Kosmetik und Freiwahlprodukte. Zudem sei geplant, OTC-Präparate hierzulande über die Zur Rose-Tochter sowie in Österreich und Polen über die deutsche Versandapotheke Cocopha (Marien-Apotheke/Schongau) anzubieten.

Das Hamburger Unternehmen will sich bewusst „in Richtung Beauty- und Gesundheitsplattform“ entwickeln. Dabei könne eine Online-Apotheke eine sinnvolle Ergänzung sein, wie Unternehmenschefin Tina Müller anmerkte. Offenbar ist ein Kandidat gefunden. Das Manager Magazin titelte jetzt: „Douglas plant Kauf einer Onlineapotheke“. Müller steige ins Apothekengeschäft ein. „Es gilt, das Digitalbusiness zu stärken – und Douglas für einen möglichen Börsengang hübsch zu machen“, heißt es in dem Bericht.

In Hamburg ist man offiziell noch zurückhaltender: Eine Versandapotheke als Ergänzung zum bisherigen Angebot gelte umso mehr, da dem Online-Apothekengeschäft ein enormes Wachstum vorhergesagt werde, so eine Sprecherin. Douglas habe im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie eine sehr große E-Commerce-Kompetenz aufgebaut, das man einbringen könne. „Wir prüfen fortlaufend unsere strategischen Optionen, bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass wir Marktspekulationen grundsätzlich nicht kommentieren.“

Disapo sichert sich Anbauflächen

Auch bei Disapo verrät Geschäftsführer Sebastian Kraus nichts Konkretes: Er könne die Meldung nicht kommentieren. „Allgemein kann ich sagen, dass sich unser Unternehmen sehr gut entwickelt, und wir fiebern dem Start des E-Rezepts sehr positiv entgegen. Wir haben unser Gebäude mit knapp 10.000 qm bald voll belegt und uns Anbauflächen gesichert.“

Disapo zog im vergangenen Jahr von Offenbach in das niederländische Heerlen in ein neues Logistikzentrum. „Dadurch können wir Ihnen eine noch schnellere und bessere Bearbeitung Ihrer Bestellungen garantieren. Das Logistikzentrum liegt auf niederländischem Gebiet, direkt an der deutsch-niederländischen Grenze.“ Die Versandapotheke wurde 2004 als einer der ersten Versender Deutschlands von Franz Michael Peikert gegründet. Der Apotheker eröffnete zwei Jahre zuvor eine stationäre Apotheke in Offenbach. Anfang des Jahres verkaufte er das Geschäft an Kraus. Peikert ist als Apotheker noch bei Disapo tätig.

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