„Wir müssen als Markt Selbstreinigungskräfte entwickeln“

Apothekenqualität statt Ramsch: CBD-Anbieter gründen Lobbyverband

, Uhr

Mit dem Verband wollen die Gründungsunternehmen drei Hauptziele verfolgen: die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, aber auch bei Apothekern, Ärzten und Geschäftskunden durch Aufklärung zu verbessern; aktiv auf Politik und Verwaltung zuzugehen, um eine bessere, sinnvollere Regulierung einzufordern; sowie eigene Expertise in dem Bereich zu bündeln, die auch an den richtigen Stellen wahrgenommen wird. „Wir möchten proaktiv mit Stakeholdern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft in den Dialog treten und eine starke Stimme unserer Branche sein“, erklärt Hänsel. Der Idealfall: Bei Verbändeanhörungen in Gesetzgebungsverfahren wird irgendwann „Pro CBD“ vor dem Gesundheitsausschuss sitzen und erklären, wo es bei der Regulierung hakt, und vor allem wie es besser gemacht werden kann. Denn in allen Bereichen ist noch Luft nach oben.

Den gesamten Markt will Hänsel dabei keineswegs freisprechen, ansonsten gäbe es ja auch keinen Bedarf nach dem Verband. „Ich habe das schon zuvor im Tech-Bereich gesehen: Sobald ein neuer Markt entsteht, kommen immer auch schwarze Schafe, die sehen, dass es zwei, drei erfolgreiche Unternehmen gibt, und dann auf den Zug aufspringen“, sagt er. Momentan gebe es im Markt ungefähr ein Drittel seriöse Unternehmen und zwei Drittel unseriöse – also solche, deren Qualitätstandards nicht stimmen, die sich mit den Besonderheiten des Wirkstoffes CBD gar nicht auskennen und die im Zweifelsfalle das Heilmittelwerbegesetz (HWG) oder die Health-Claims-Verordnung nicht kennen oder sie einfach ignorieren. „Nehmen wir nur das Thema Testimonials: Wir bekommen auch großartiges Feedback von unseren Kunden, aber wir sind uns bewusst, wie sensibel man damit umgehen muss und dass man das nicht einfach als Marketinginstrument verwenden kann.“

Auf der anderen Seite wachse die Branche aber auch aus den Kinderschuhen heraus, betont Hänsel. Es sei „ein Zeichen dafür, dass ein Markt erwachsen wird“, wenn seriöse Anbieter rechtlich und geschäftlich sauberer arbeiten, trotzdem erfolgreicher als ihre unseriösen Mitbewerber sind und dann so die schwarzen Schafe aus dem Markt drängen können. „So langsam trennt sich die Spreu vom Weizen. Es ist aber wichtig, dass das auch von der Politik gesehen wird“, sagt Hänsel. „Hier ist seriöse Aufklärung und ein sachlicher Dialog wichtig, da derzeit manche Regulatoren den Markt noch nicht richtig verstehen und dann die Büchse der Pandora mit dem Hammer wieder schließen wollen, statt den Markt vernünftig zu ordnen.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»